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Vorwurf des Antiamerikanismus

Club of PoliticsDer Club of Politics musste sich in den letzten Wochen einer harten Kritik aussetzen. Der Vorwurf des Antiamerikanismus und teilweise auch Antiangelismus wurde erhoben.

Dazu möchte der Club an diesem Ort Stellung beziehen: Der Club of Politics ist per definitionem freiheitlich und überparteiisch.

Er steht mit Wort und Herz hinter dem deutschen Grundgesetz und verteidigt entschieden die europäische Idee. Er ist per definitionem nicht nationalistisch und verurteilt alles Nationalistische.

Auch mögen wir die USA und die Menschen, die dort leben. Wir haben allerdings Mitleid mit der großen Mehrheit der Menschen in den USA, das sie unter widrigen sozialen und gesundheitspolitischen Umständen leben müssen.

Wir wünschen uns, dass sich in den USA irgendwann ein Mehrparteien-System herausbilden kann, in dem die US-Politiker lernen, dass man untereinander kooperieren muss. Dass man eben nicht einfach nur seinen Kopf durchsetzen kann. Dass es andere Menschen und andere Meinungen gibt. Daran müssen aber alle Menschen in den USA arbeiten. Ähnliches gilt für Großbritannien.

Wir leben heute in einem neuen Zeitalter, dass sich von denen der letzten 50 bis 60 Jahre grundlegend unterscheidet: Der kalte Krieg ist vorbei. In jener Zeit galt ein Kritiker der USA gleich als Antiamerikaner und als Kommunist. Bist du nicht für mich, dann bist du gegen mich.

Kurz nach dem kalten Krieg galt es offenbar, immer wieder ewige Dankbarkeit gegenüber der ehemaligen Siegermacht zu zeigen. Die demokratische Verweigerung Europas war dann der Grund, warum die USA 2003 so verwirrt reagierte und mit ihrem damaligen Verteidigungsminister Rumsfeld vom „Old Europe“ sprach.

Später wurde Rumsfeld durch den US-Senat direkte Verantwortlichkeit für die Anwendung umstrittener Verhörmethoden von Gefangenen in Guantánamo und in US-Gefängnissen im Irak nachgewiesen. In etwa zur selben Zeit wurde der USA nachgewiesen, dass die Begründungen für den Krieg gegen den Irak durchwegs nicht stimmten. Die US-Regierung hatte all ihre Partner belogen. Und die US-Regierung hatte all ihre Freunde auf das äußerste diffamiert.

Ein Land stand traditionell treu an der Seite und glaubte den Lügen: Großbritannien. Jener Staat, der seit der Gründung der Europäischen Gemeinschaft und später der europäischen Union immer wieder durch Egoismus den Fortgang der Gemeinschaft Europas verhindern wollte. Ein Land, das sich nach wie vor auf einer Insel wähnt und von der Vergangenheit lebt. Ein Land, das sich aktuell immer mehr in die selbstgewählte Isolation drängt. Spötter nennen es: The little Empire.

Wer sich die Beiträge der letzten Monate im Detail durchliest, der wird merken, dass wir nicht pauschal verurteilen, sondern dass wir konkrete Gründe für unsere Klagen haben. Wer den Club of Politics kennt weiss auch, dass unsere Kritik nie einfach nur gegen die USA oder gegen die britische Insel gerichtet ist. Begründete Kritik muss erlaubt sein, ohne dass man dafür in eine Ecke gestellt oder diffamiert wird.

Wir wünschen den USA mehr sozialen Liberalismus und mehr Demokratie als das, was sie sich immer an die Flagge ihrer Nation heften. Vor allem dass die US-Politiker endlich damit beginnen, den eigenen Menschen im Land zu helfen. Politik ist für die Gesellschaft da und nicht allein nur eine Ware in verfänglichen Werbebotschaften.

Den Briten wünschen wir ein wenig mehr Selbstkritik und Umkehr zur Moderne. Wir leben im 21. Jahrhundert. Der Kontinent Europa (auf dem auch die Insel fußt) ist zusammengewachsen. Man streitet und balgt sich. Man ist sich oftmals uneinig.

Aber man bekriegt sich nicht mehr. Man ist eine normale Familie geworden. Der Club gibt die Hoffnung nicht auf, dass auch die Ideologen des ehemaligen Empires dies eines Tages erkennen und Großbritannien auch vom Herzen her in Europa integrieren. Europa wird Großbritannien mit offenen Armen als fast verloren gegangene Schwester empfangen. Aber beide Seiten müssen es wollen.

p.s. Deutschland wird England auch mal im Elfmeterschießen gewinnen lassen 😉