*** Aktuelle BTW21 Prognose (13.12.2017 19:00:24 CET): CDU/CSU 31.3, SPD 21.1, AFD 13.2, GRÜNE 10.9, LINKE 9.5, FDP 8.8 ... Klicken Sie auf den Text für weitere Details ... ***

Schlechte Gute Prognosen

Die Prognose über Umfragen und Wahlbörsen vor der Landtagswahl 2013 in Niedersachsen gelten nach der Wahl als fehlerhaft.

Doch das ist nur das einfache Ergebnis von mathematisch ungeübten Menschen. Denn Umfrage und Wahlbörse sind im Kontext betrachtet nahe an dem, was das vom Volk gewünschte Endergebnis brachte.

Man darf nicht vergessen, wie Umfrage und Wahlbörse funktionieren. Dort ist es eine Absichtsbekundung, die das Ergebnis preisgibt. Ein CDU-Wähler wird in einer Umfrage die CDU auswählen und in einer Wahlbörse eine Aktie der CDU kaufen. Hier entscheidet das Herz.

Am Ende wird er seine Stimme der FDP leihen. Hier entscheidet die Taktik. Das ist dann zwar nicht Aussage des ganzen Volkes, aber eben von bestimmten Parteimitgliedern. So funktionieren auch Aktien von kleinen Firmen. Dort haben kleine Umsätze große Auswirkungen. Doch die Bewegung in Niedersachsen verlangt nach mehr Antworten.

Man kann zusätzlich von einer geplanten Aktion innerhalb der CDU sprechen. Denn in jedem Wahlkreis findet man nahezu das gleiche Bild und ähnlich hohe Zahlen an Leihstimmen. Das ist nicht der Zufall einer gesellschaftlichen Bewegung. Denn die gab es in der Wählerschaft außerhalb der CDU nicht. Da werden wohl wenige Tage vor der Wahl Nachrichten innerhalb der CDU verteilt worden sein. Derart obskure Handlungen sind in Umfragen und Prognosen nicht abbildbar weil auch vom Prinzip her unlogisch.

Gerade die Leihstimmen-Kampagne der CDU scheint daher eher eine kurzfristige konzertierte Aktion von McAllister gewesen zu sein. Zu groß sind die Sprünge, zu unglaubwürdig die Wechselwählerschaft.

Circa ein Drittel der FDP-Stimmen sind laut der Berechnung der Wählerwanderschaft der CDU-Leihstimmen zuzurechnen. Das macht circa 3,5 Prozentpunkte aus. Umgesetzt auf das Ergebnis wäre die CDU auf 40 Prozent und die FDP auf circa 6 Prozent gelandet. Da man bei den kleinen Parteien mit einer Fehlerquote von circa 1,5 Prozentpunkte ausgeht, passt somit das Ergebnis von Umfrage und Wahlbörsen zu dem realen Bild.

Die CDU wollte sich halt auf die Prognosen nicht verlassen und schenkte der FDP zusätzliche Stimmen. Diese Geschenke werden wohl die Niederlage ausgemacht haben. Denn mit höherem Stimmenanteil hätte die CDU eventuell auch mehr Sitze gewinnen können. Ein Sitz mehr hätte für McAllister gereicht.

So wurde am Ende derjenige bestraft, der das demokratische Wahlverfahren zu seinen Gunsten manipulieren wollte. Es mag anderen eine Lehre sein.