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Europe United and Britain outside

Club of PoliticsDas war ein Meilenstein in der Geschichte der Europäischen Union. Zum ersten Mal hat man sich nicht auf die Sonderwünsche der Insulaner eingelassen.

Erstmals hat sich Europa nicht von der britischen Presse und ihrer speziellen Art der Dreckskampagnen anstecken lassen. Der britische Premier Cameron kam, sprach und verlor, weil er keinen Plan B in der Tasche hatte.

Cameron wollte als Triumphator das Feld verlassen. Er kam ohne Kompromiss, um so Europa in die Knie zwingen zu können.

Was Cameron vergaß: In Europa interessiert man sich nicht mehr sonderlich für das Befinden der größten Nordseeinsel nach Grönland. So lief Cameron an die Wand und ging in die Knie. Allein nur zu Hause als standhafter Held gefeiert.

Ganz oder gar nicht

Großbritannien lernt nun die politischen Nachteile der Nicht-Mitgliedschaft in der Eurozone kennen. Wer nicht dabei ist, der ist außen vor. Wer nicht mittragen will, der gehe nach Hause. Ausgerechnet Cameron selber war es, der noch vor Wochen forderte, die gesamte EU müsse involviert sein, wenn die Euroländer eine Entscheidung treffen wollen. Und ausgerechnet Großbritannien selber zeigte sich nun als das Mitglied, das in jener Nacht einfach nicht mitspielen wollte – gleich einem Kleinkind im Sandkasten. Das Signal ist klar: Auf der Insel hat man nicht verstanden, um was es geht.

Das ist bezeichnend für die Politik Großbritanniens seit Ende des Weltkriegs: Man fühlt sich im Bugwasser der USA als noch ein wenig Weltmacht – verballhornt a little bit Empire. Manch einer hat auf der Insel nicht begriffen, dass das Empire längst vergangen und die Queen einfach nur eine der teuersten Altlasten im Haushalt des Landes ist. Immerhin: Elisabeth II mag den kühlsten und klarsten Kopf der Insel haben. Wem nützt es.

Viele Briten gehen sogar noch davon aus, dass sich Hitler in Deutschland nach wie vor versteckt hält und die Deutschen als verrohte Tiere in Lederhosen durch den Sauerkraut hüpfen. Die Briten meinen sogar, dass Fremdgehen in Frankreich nach wie vor zur Pflicht eines jeden Franzosen gehöre und außer Baguette gäbe es kein anderes Brot im Land der Franzosen. So setzen sich die Vorurteile der Briten fort.

Wie sollen sie andere Länder und Nationen auch verstehen: Die Briten sind in der Welt eines der Völker, die keine Fremdsprachen lernen. Entweder man spricht englisch mit ihnen, oder sie muffeln im Ausland am Boden schauend an der Bevölkerung vorbei. Die Kunstfigur Mr. Bean ist ein Teil der immerhin existierenden Selbstironie.

Politik gegen das Volk

Die britische Politik spiegelt dabei die Einstellung des britischen Establishments zu seinen Bürgern wieder. Egal ob es die Labour oder die Konservativen sind, das Volk wird seit Jahrzenten durch Sparmaßnahmen geknechtet. Den leeren Versprechung der Finanzindustrie folgend stellte Großbritannien um von Industrie auf Banking.

Dazu wurde in den letzten Jahrzehnten die Industriewirtschaft selber stark reduziert und der Finanzsektor kräftig ausgebaut. Hauptsache es entstanden genügend Jobs für jene, die nicht unbedingt aus der unteren Schicht kamen. Das Resultat für die jungen Leute sind grassierende Arbeitslosigkeit, über das traditionelle Maß erhöhter Alkoholismus, Mutlosigkeit. Das ist die Basis für zukünftigen gewaltsamen Protest.

Dass daran die britische Politik unschuldig sein soll, dafür sorgen die kontrollierten und gleichgeschalteten Medien. Die Industriewirtschaft verfällt? Das ist die Schuld des Euros. Die Arbeitslosigkeit steigt? Das kann nur am Kontinent (Europa) liegen. Das Empire ist tot? Europa ist schuld! Londons FTSE liegt inzwischen deutlich hinter dem Frankfurter DAX? F**ing Germans, ehh f**ing Europes. Prinz Charles geht wieder fremd? Der Euro ist sicherlich dabei.

Leben im Weltkrieg

Wenn dann am Ende zu viel Europa Schuld ist, dann wird an den Weltkrieg erinnert. Konnte man früher den Deutschen vorwerfen, sie würden ihr Selbstbewusstsein unter einer ewigen reflexartigen Scham der Geschichte des Krieges verdrängen, so sind es heute die Briten als letztes Volk Europas, das mit einem Bein immer noch in den Erinnerungen dieses Krieges lebt.

Fortstetzung folgt