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Wieviel kostet Stewart Brand

Club of PoliticsEs ist schon eine Zeit lang her. Aber der Club of Politics hatte ihn die ganze Zeit lang im Auge behalten: Stewart Brand war früher lange Zeit einer der führenden US-Umweltaktivisten. Jetzt nagt offensichtlich der Zahn der so oft erwähnten Zeit an seinem Geist. Okay, viele Umweltaktivisten gibt es in den USA nicht. Aber Stewart Brand galt als eine der Instanzen in den USA.

Neu ist nun hingegen, dass Stewart Brand als früherer Atomkraft-Gegner ausgerechnet jetzt für eine Verlängerung der Atomkraft ist und Deutschland für seinen neuen strengen Anti-Atomkraft Kurs beschimpft. Bei den US-Amerikaner ist es immer so: Ob Wirtschaft oder Umwelt, sie wissen es immer besser.

Darum sind die USA nun praktisch ein zahlungsunfähiges Land mit einer substanzlosen Wirtschaft und verarmten Menschen, die in einem Land leben, das sich zwar nicht als Export-Weltmeister von Produkten aber als Export-Weltmeister von Dreck und Müll bezeichnen kann. Offiziell sind es immerhin Elektroschrott und Tiernahrung. Die USA sind seit langem der Staat, der alle Umweltbeschlüsse blockiert und als zynische Antwort weiterhin die Umwelt mit staatlichem Schutz vergewaltigt. Die sprichwörtliche US-Ignoranz wirkt auch hier. Die Welt sieht einmal mehr staunend zu.

Dass es in diesem Land Umweltaktivisten gibt, ist nicht jedem geläufig. Michael Moore zum Beispiel ist ein Filmemacher, der davon lebt, kritische Filme zu drehen. Die Tatsachen sind ihm persönlich meist egal. Al Gore ist ein älterer und lustiger Entertainer, der gerne auch ein paar Unwahrheiten für einen eigenen Film macht. So sind sie die US-Amerikaner. Selbst der Protest ist in zweiter Linie ehrlich, in erster Linie kommerziell. Dass eine kaputte Umwelt viel Geld kostet ist dem Kapitalismus in den USA nach wie vor nicht bekannt. Die USA agieren kurzfristig und nicht nachhaltig. Die Umwelt hingegen hat keine unbegrenzten Möglichkeiten. Denn wer stirbt, ist tot.

So verwundert es jetzt auf eine bittere und zynische Weise nicht, dass ein Mensch wie Stewart Brand auf einmal für die Atomkraft stimmt. In seinem Land sind laut einer neuesten Studie mindestens ein Drittel aller Atomkraftwerke in einem desolaten Zustand. Dabei wurden nur diejenigen Kraftwerke getestet, welche von der US-Behörde dafür freigegeben wurden. Für die US-Unternehmen komme diese negativen Resultate zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Es geht um all zu viel Geld.

Interessant werden die Argumente von Stewart Brand, wenn der ehemalige Aktivist versucht, konkreter zu werden. Für Atomkraft legt er in seinem Interview in der FAZ Online keinerlei Argumente offen. Es gibt auch keine, das ist auch ihm bekannt. Dafür verschweigt er deren negative Auswirkungen. Die Bundesrepublik Deutschland beschimpft er, weil man hier dann zum Beispiel auf CO2-verseuchende Kohlekraftwerke setzen würde.

Man muss hier Verständnis für ihn haben. Aus einem industriell unterentwickelten Land wie die USA kommend sind ihm moderne stark gefilterte Kohlekraftwerke nicht bekannt. Auch dass man in Deutschland bereits Alternativen wie Windkraft nutzt, muss einem Stewart Brand nahezu utopisch und irreal erscheinen. Ein alter friesischer Spruch übersetzt und umgedeutet würde sagen: „Was der Amerikaner nicht kennt, das gibt es nicht.“ Quod erat demonstrandum.

Dass hingegen Atomkraftwerke nicht CO2-frei sind und der Müll über einen irrsinnig längeren Zeitraum eine sehr starke Belastung bedeutet, ist ihm pünktlich zum Interview entfallen. In den USA ist Atommüll generell kein Problem. Entweder man versenkt ihn im Pazifik, schickt ihn auf eine Pazifikinsel oder verbuddelt ihn in den Wüsten. Darum ist der Atomstrom ja auch so billig: Der Müll gehört nicht mehr einem Unternehmen, sondern dem Steuerzahler. Problem verschoben und gelöst.

Der Club of Politics wundert sich stark über diesen greisen Stewart Brand. Hatte er das jetzt wirklich nötig? War es Gehirnwäsche? Ist es die zunehmende Altersenilität oder sind es einfach die neuen Einnahmen: Kann es sein, dass er im Alter nun neue Einnahmequellen erschlossen hat? Dieser Verdacht bietet sich Angesichts einer derart radikalen Wende an. Altersmilde Kernspaltung?

Zum Schluss bleibt der Trost, dass ein Stewart Brand in der Welt nicht wirklich die Bedeutung eines großen Umweltaktivisten hatte. Ein Umweltaktivist aus den USA ist in etwa so selten aber gefährdet wie ein aufrechter Demokrat aus Russland. Beides kann es eigentlich nicht (lange) geben. Beide sind eher eine Kuriosität, die Musik spielen andere.