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COEIX: die Chartanalyse

Die eigentlichen Werte des Club Of Economy Index können als Liniendiagramm auch historisch analysiert werden. So ergeben sich nicht nur aktuelle Werte auf dem Ziffernblatt der Wirtschaftsuhr. Auch eine Analyse mittel- und langfristiger Trends lassen sich so erkennen. Zusammen mit den aktuellen Werten des COEIX und Vergleichen mit Werten wie dem DAX können sich Prognose ergeben. Im vorherigen Beitrag haben wir die Wirtschaftsuhren des COEIX bewertet. Langfristig (COEIX-01) sieht es nach einer stabilen positiven Entwicklung aus. Aber es ist noch als Anfang eines Aufschwungs zu bezeichnen und als solches entsprechend gefährdet. Das Momentum wäre aber vorhanden. Die kurzfristige Uhrzeit (COEIX-02) deutet Euphorie an, zum jetzigen Zeitpunkt kann dies aber durch eine unerwartete Verlängerung der Krise enttäuscht und somit gestört werden. Ein Index fehlt noch, obwohl er außer Konkurrenz läuft. Der experimentale COEIX-XP soll eigentlich nicht bewertet werden. Doch wollen wir ihn nicht verschweigen: Er deutet auf einen Boom in den nächsten 12 bis 16 Monaten hin. Das merken wir uns und werden ihn danach messen.

Der eigentliche COEIX-Chart besteht aus zwei Werten: Beide sind Kombinationen aus verschiedenen anerkannten Indikatoren der Weltwirtschaft in einer Kombination gebracht, die deren Stärken verbessern und ihre Schwächen ausgleichen sollen. Die Kombination und die Namen der verwendeten Indikatoren bleiben geheim. Zum einen geht es im Club of Economy nicht um kommerzielle Verwertung und zum anderen wollen wir da auch keine unnötige Werbung machen. Da das Modell jahrelange über viel Arbeit entstanden ist, bleibt dessen Kombination vorerst ein Geheimnis. Wer sich an die Indikatoren hält, der kann dies aus freien Stücken tun. Wer ihnen keinen Glauben schenkt, der schadet uns damit nicht.

Da in den Indikatoren die Psychologie der Menschen verarbeitet wird, ist es ja auch egal: Die negativen Meinungen sind dort schon verarbeitet. Zurück zum eigentlichen COEIX. Es besteht zum einen aus den Aussagen der Menschen zur aktuellen Lage. Geht es Ihnen gut? Könnte es besser gehen? Zum anderen gibt es die Linie der Antwort auf die Frage, wie die Menschen ihre Situation in 6 Monaten sehen. Das Ganze ist dann zusätzlich geglättet, um zickige und extreme Aussagen zu dämpfen. Im Beitrag finden Sie drei Grafiken, welche beide Linien zusammen mit dem monatlichen DAX in verschiedenen Zeitabschnitten anzeigen. Dazu integriert sind die Prognosen A und B (Best- und Worst-Case).

Das nächste Bild zeigt den All-Time Chart des COEIX. Da wir die Werte seit Anfang 1993 erfassen, beginnen die Linien auch erst im Januar 1993. Eine detaillierte Bewertung der Vergangenheit werden wir in der Zukunft bei Rückblicken auf den COEIX werfen. Das würde den jetzigen Rahmen sprengen. Trotzdem: Wir erkennen, dass wir 2009 aus dem tiefsten Keller seit der Erfassung der Werte kommen. Kein Wunder: Sind die Banken in der Krise, dann beherrscht den Markt größte Panik. Wenn die eigentlichen Geldgeber kein Geld mehr haben oder geben sondern selber dem Bankrott nahe sind, dann gibt es keine Rettungsanker mehr. So gesehen war das Retten der Banken wirtschaftlich eine unabdingbare Notwendigkeit. Alles andere wäre völliger Unfug, Verantwortungslosigkeit und im höchsten Maße idealisierte Naivität eines vom Kommunismus des 20. Jahrhundert getriebenen roten Revanchismus gewesen. Wäre eine Bank geplatzt, wären deren Kredite geplatzt.

Da diese Kredite keiner hätte kaufen können, wären die Kredite von Unternehmen und von normalen Menschen geplatzt. Die sofortige Rückzahlung eines gerade frisch finanzierten Kredits einer Eigentumswohnung hätte jedem gedroht. Das hätte keiner zahlen können. Daher wären weitere Unternehmen gefallen und normale Bürger der Bundesrepublik in die Privatinsolvenz getrieben worden. Dabei wären wiederum weitere Rechnungen geplatzt und der nächste Dominostein wäre gefallen. Am Ende hätte eine Krise gestanden, wie sie die Menschen seit der mittelalterlichen Pest nicht mehr erlebt hätten. Dann hätten viele jene Frage gestellt wie sie bei der Lehman-Pleite schon gestellt worden ist: Warum hat denn da keiner eingegrifen. Wer anderes behauptet und Banken hätte gerne sterben sehen, hat die Verkettung und Vernetzung des Markts nicht verstanden.

Zurück zum Markt. Jener kehrt zurück: Die enorme Aufschwungbewegung aus dem Keller erklärt sich durch das Gegenschlagen des Pendels zurück in Optimismus. Betrachtet man den gesamten Chart, dann wird deutlich, dass eine Gegenbewegung kommen wird. Eine Seitwärtsbewegung kündigt sich an und wäre für den jetzigen Markt gesund. Es gibt noch genügend vergiftete Papiere in dunklen Tresoren, die noch Risiken bergen können. Das ist keine Drohung, aber der Markt darf auch gerne mal ausruhen und schauen, wer sich wie verhält. Eine Hypo Real Estate wird nicht jetzt pleite gehen. Sie wird in einer stabilen Boom-Zeit als Randnotiz abgewickelt werden.

Das nächste Bild zeigt alle Werte ab 2003 an, um wie eine Lupe nur aktuelle Entwicklungen zu zeigen. Das übernächste Bild ist dann eine noch stärkere Vergrößerung derselben Thematik. Nun erkenne Sie dort auch noch am Ende eine hellblaue und darunter eine dunkelblaue gepunktete Linie. Das sind die beiden Modell A und B. A steht hier für das Best-Case Modell und B für den Worst-Case einer zukünftigen Entwicklung.

Der Chart mit den Werten seit 2003 zeigt, wie stark das Pendel 2008 nach unten geschlagen wurde und wie kräftig es jetzt wieder nach oben schwang. Daher ist zum jetzigen Zeitpunkt aus dieser Grafik betrachtet Vorsicht geboten. In diesem Chart kann man auch ein Zurückfallen des COEIX auf die Nulllinie erwarten. Ein DAX Richtung 5000 könnte das laut dem Wort-Case Modell zur Folge haben. Ist der Markt stabil und kräftig genug, dann ist eine Seitwärtsbewegung die logische Folge für eine kleine Konsolidierung.

Gerade im folgenden Bild kann man erkenne, dass der DAX nahezu deckungsgleich zur A-Linie verläuft. Das ist kein virtueller Druckfehler. Im Sommer 2009 wurden Werte für das Modell A bis Juli 2010 eingegeben und die Entwicklung gab dem Best-Case recht. Erstaunlich: Der DAX folgte ganz klar den Optimisten.

Das könnte auf eine Stärke im Markt hindeuten. In Deutschland ist die Stärke sicherlich vorhanden. Ein schwacher Euro machte Made in Germany sehr günstig. Deutsche Qualität zu günstigen Preisen ist auf dem Weltmarkt gefragt. Hinzukommt, dass der deutsche Arbeiter in der Krisenzeit keine unbezahlbaren Lohnforderungen stellte. Schließlich steht er ebenfalls im Wettberb mit dem Weltmarkt. Beides zusammen hat dafür gesorgt, das in dieser Krise Deutschland nicht restlos von Arbeitslosigkeit überfallen wurde. 3,4 Millionen Arbeitslose über das gesamte Jahr gemittelt sind mit Sicherheit 3,4 Millionenen Menschen zu viel. Aber angesichts der Kraft einer Finanzkrise hätten es gut und gerne 5 Millionen oder mehr sein können. Zurück zum Chart. Hier wiederholt sich die Aussage zum vorherigen also zum mittelfristigen Chart: Eine Marktstärke würde eine Seitwärtsbewegung bedeuten und auch gut vertragen. Vertrauen muss aufgebaut werden. Eine Schwäche könnte zu einem Abfallen des DAX führen. Ein weiterer steiler Anstieg zum jetzigen Zeitpunkt wäre getrieben von Euphorie und könnte Enttäuschung bedeuten. Es wäre der Aufbau einer neuen und sehr kurzen Blase.

Kommen wir zur aktuellen Lage zurück. Auf Basis der Ergebnisse der COEIX-Indikatoren und des COEIX Chart erkennt man, dass die Erwartung – wie schon eingangs gesagt – eine Delle im Aufstieg ausgebildet hat. Ähnliches behauptet der ECRI WLI vom ECONOMIC CYCLE RESEARCH INSTITUTE auch. Dort geht man sogar – zumindest für die USA und somit als Amerikaner automatisch für die gesamte resliche Welt – von einem großen Rückschlag und einer neuen Rezession aus. Der ECRI WLI ist aktuell eher mit einer Erdbebennadel vergleichbar und zeigt wildeste historisch für den Index einmalige Ausschläge. Das kann bedeuten, dass ein Erdbeben naht. Es kann aber auch bedeuten, dass der Formalismus des Werts für die aktuelle Lage nicht mehr geeignet ist. Wer innerhalb von 12 Monaten einen Traumboom und den Weltuntergang vorhersagt, hat ein Problem mit der Glaubwürdigkeit. Das Club-Team kennt die Problematik bei der Index-Entwicklung. Auch in unserem Portfolio gab es solche Indexe, die dann auf Grund der ständig nervös auf und absteigenden Werte verworfen wurden. Wild zuckende Werte, bei denen jede dritte oder vierte Spitze einen Treffer ergibt sind wertlos. Man könnte genauso den Wachstum eines DAX mit seinen Umsätzen gegenüber seinem Vormonat grafisch auftragen und erhielte sehr ähnliche Bilder. Außerdem ist seine Aussage sehr relativ: Was WLI als Rezesion betrachtet können andere Werte eine Seitwärtsbewegung nennen. So findet sich das ECRI wieder bestätigt. Ein Trost für dessen zahlendes Publikum. Aber trotzdem darf man nicht außer Acht lassen, dass die USA in eine zumindest kleine Verlängerung ihrer lokalen Krise geraten kann. Doch die USA hat längst nicht mehr den Anteil am Weltmarkt wie in früheren Zeiten. Daher reagiert der Weltmarkt heute auch nicht unbedingt mit Krise, wenn in USA gehustet wird.

Generell ist das Einknicken in der Erwartungslinie keine sofortige negative Aussage. Erwartungen bewegen sich in Wellen. Innerhalb eines Aufschwung-Boom Szenario meist in 3 Wellen. Man achte auf den Chart zwischen 2005 und 2006. Die Erwartung schwang ab und die aktuelle Lage sank leicht und stabilisierte sich. Beide schafften 2006 ein Comeback und der DAX nahm in dieser Zeit eine atmende Seitwärtsbewegung ein. Anders 2006 und 2007: Die Erwartung knickte weg und der Versuch im Spätsommer, wieder auf den Weg nach oben zu kommen scheiterte jäh und signalisiert das später kommende Ende. Die aktuelle Lage damals war schizophren: Während die Erwartung sank, wurde die aktuelle Lage immer besser. Die Maschine lief heiß.

Im Moment wird die aktuelle Lage jeden Monat ein wenig besser. Die Erwartungen sind seit Mai 2009 auf Aufstiegstournee und eine Erholung ist dringend notwendig. Bevor die Erwartungen vollkommen am Markt vorbei überhitzen. Die Prognose des Modell A (Best-Case) sagt daher: Es kommt nun wahrscheinlich eine Seitwärtsbewegung und im Frühjahr 2011 könnte bei weiterhin positiver Entwicklung der Lift Richtung nächsten Gipfel weitergehen. Aber Modell-B darf nicht vergessen werden: Die Gefahr besteht, dass negative Überraschungen den Markt vergiften. Den Niedergang der einen oder anderen Bank kann der Markt verkraften. Aber der Ausfall einer großen Bank würde wohl zu einem dramatischen Abflug führen. Dann könnte der Frühjahr 2011 Trauer tragen.

Angesichts der enttäuschenden Banken-Stresstest konnte dem Markt keine vollkommene Sicherheit zurückgegeben werden. Aber auf der anderen Seite hat der zwischenzeitliche Sinkflug des Euros dazu geführt, dass der Export-Boom angekurbelt wurde. Wie schon erwähnt: Made in Germany hat hohe Qualität und ist günstig wie nie. Als Land, das seine Rohstoffe importieren muss, ist es für die Bundesrepublik sehr wichtig, eine gute Exportquote zu haben. Eventuell nimmt sich Europa ein Beispiel daran, statt den Exportboom Deutschlands zu bemängeln. Eventuell bewegen sich Länder wie Griechenland und versuchen, eigene Werte zu schaffen statt die veraltete Tradition zum entgültigen Tode zu leben. Allein die Hoffnung mag hier unerfüllt bleiben. Die Reaktionen Griechenlands zeigen: Das Land als solches hat nicht verstanden, in welcher Lage es sich befindet. Der Eingriff der EU war notwendig, aber die Lehre daraus wird in Griechenland nicht gezogen. Man fühlt sich gegängelt und verletzt. Statt Einsicht und Gegenreaktion und Einlenken folgt der Schrei eines trotzigen Kinds. Immerhin: Ein Kind der Antike, das es aus der Geschichte her anders wissen müsste.

Die Lohnquoten in Deutschland blieben in der Krise konstant, die Qualität ist weiterhin hoch. Das können andere Europäer so nicht bieten. Es ist wohl auch der deutschen Wirtschaft zu verdanken, dass der Euro langsam wieder an Stabilität gewinnt. Da mag der Nachbar ob deutscher Tüchtigkeit wieder mit dem erhobenen WKII-Finger winken. Das zählt nicht mehr. Deutschland ist selbstbewusst genug, um zu wissen was es kann und was es zu leisten vermag. Ohne den in Europa sonst üblichen nationalen Pathos. Das ist die Stärke Deutschlands: Man ist zwar wieder stolz auf sein Land, ohne sich rechtfertigen zu müssen. Aber der geschichtliche Pathos einer verklitterten Vergangenheit ist dabei entsorgt worden. Moderner Nationalstolz bedeutet die Freude auf Geleistetes aber darf auch noch unerfüllte Wünsche und Ziele beinhalten. Ansporn und Motivation sind noch hell wach. Tradioneller Nationalstolz hingegen basiert rein auf längst erreichte Ziele und verdrängt gerne aktuelle Unzulänglichkeit. Wir sind nicht vom Thema abgewichen. Auch diese Themen spielen in der Psychologie des Markts mit.

Fazit: Auf Grund der Indikatoren und der aktuellen Werte ist die aktuelle Lage positiv. Die Aussichten sind generell auch positive. Natürlich gibt es am Rand des Blickfelds die eine oder anderen kleine graue Wolke. Doch solange sich diese Wolken fern halten, werden die Menschen weiterhin positiv eingestellt sein. Und nur positive Menschen können die Wirtschaft in Schwung bringen und halten. Im besten Falle wäre eine Seitwärtsbewegung erholsam. Man sollte auch auf die Ergebnisse im Herbst warten. Sind die positiv, dann geht es weiter bergauf. Wer im Markt ist sollte eher im Markt bleiben. Positionen glätten eventuell den einen oder anderen Risikowert mit positiver Entwicklung glätten und das Geld für den nächsten Schritt beibehalten.

Konservative Leute sollten echte physikalische DAX-ETF Werte im Auge haben. Diese haben im Zeitraum 2004 bis 2007 sogar die exotischen Asienindexe geschlagen. Ein ETF mag konservativ sein, hat aber eine enorme Wirkung. Und die Kosten sind klein. Hinzu kommt, dass echte physikalische ETFs echte Abbildung des Index sind. Kurz gesagt: Wird ein solcher DAX-Index wertlos, dann ist der DAX selber auch auf 0 gesunken. Und dann ist der Verlust des Geldes das kleinere Problem.

Klar ist: Macht der Markt jetzt eine Pause, dann holt er Luft. Das wäre für einen später folgenden Aufstieg sehr gesund. Jeder kann genau überlegen und kann seine Positionen korrigieren. Denn: Läuft der Markt zu schnell, dann werden selbst wertlose neue Aktien zu Kassenschlagern. Die Hektik und ein verbrennender Markt machen die Leute blind.