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Steckt Italiens Justiz im Sumpf II ?

In Italien werden merkwürdige Urteile gesprochen. Erdbeben-Experten werden hart für etwas verurteilt, dass weltweit keiner leisten kann: Sichere Erdbeben-Prognosen.

Ein ex-Premierminister Berlusconi wird hingegen amnestiert weil die Gefängnisse voll seien. Bei ihm ging es um Steuerbetrug und schwarze Kassen.

Angesichts solcher Tatsachen liegt der Verdacht nahe, dass die Mafia in Italien besser denn je die Justiz kontrolliert.

Beide Verfahren gegenübergestellt lässt Zweifel an der italienischen Justiz aufkommen.

Experten werden für etwas verurteilt, für das man rein logisch keinen Wissenschaftler verurteilen kann. Die Prognose von Erdbeben ist de facto nachweislich heute noch nicht möglich. Das sieht man auch an den zu häufig ausgesprochenen Vorwarnungen, die bis heute nicht eingetroffen sind. LA und San Francisco warten noch heute auf das seit vielen Jahren prognostizierte Jahrhundert-Erdbeben. Auch Neapel wartet seit Jahren auf den vorhergesagten Vulkanausbruch. Der Yellowstone Nationalpark hebt und senkt sich und die Experten rechnen mit einem Supervulkan inklusive seismischer Erschütterungen. Passiert ist noch nichts.

Aber es gibt auch weniger bekannte Fälle: Für Tokio zum Beispiel sagte ein Experte 2003 ein Erdbeben der Größe 7 vorher. Es kam ein um das Datum prognostizierte Erdbeben, aber mit einem deutlich schwächeren Grad. Die Meinung der Bewohner dazu: Alles Panik-Mache.

In L’Aquila war es ähnlich: Im Januar 2009 wurden seismologische Aktivitäten verzeichnet. Dann hatte der Wissenschaftler Giampaolo Giuliani im März die Bewohner aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Weil kein Erdbeben kam wurde er wegen Fehlalarms bei der Polizei gemeldet und musste seine Internetseite löschen, auf der er gewarnt hatte.

Die Bevölkerung bekam ihre Warnung und als das Erdbeben nicht kam, verurteilte es den Warner. Später kam eine Expertenkommission zum Schluss, dass auf solche Erdstöße kein großes Beben folgen würde. Aber es betonte gleichzeitig, dass keine Instrumente existieren, um generelle Vorhersagen machen zu können. Trotz dieser Aussagen werden sie verurteilt. Die Ironie: Einen Monat nach dem angeblichen Fehlalarm kam das Erdbeben. Solche Geschichten erinnern an Pompeji oder gar an Sodom und Gomorra.

Die Experten müssen nun leiden, weil die Bevölkerung zuerst auf einen Rat nicht hören wollte und den Warnenden wegen Fehlalarms aburteilte. Das Expertenteam sagte nun anschließend, dass es wohl keine Gefahr gebe. Aber sagte auch, dass keine Vorhersage möglich war. Als das Erdbeben kam, war man auch nicht zufrieden. Viel schlimmer: Nach dem Erdbeben wurde man von Berlusconi und dessen Machenschaften verschaukelt. Die Gelder flossen, aber eben nicht zur Bevölkerung. Die Wut musste also irgendwie raus. Gegen Berlusconi wagte man sich nicht. Man hat halt Angst vor der Mafia.

Fazit: In Italien lebt die Mafia stärker denn je und die Bevölkerung merkt nichts davon. Oder verschließt man wieder einmal die Augen?

Doch zumindest im Falle Berlusconi es gibt Hoffnung: Es gibt noch weitere Verfahren gegen ihn. Auch wenn er in seiner Amtszeit ausreichend Gesetze beschlossen hat, die ihn in vielen Fällen straffrei aus Prozessen ausgehen lassen würde. Immerhin konnte er nie ein Gesetz erlassen, das ihn im Falle von sexuellen Handlungen mit Minderjährigen straffrei ausgehen ließe. Dafür könnte man nur Zeugen mit Geld zum Schweigen bringen.

Für die Opfer und deren Hinterbliebenen gibt es keine Hoffnung. Denn die Hilfsgelder sind längst versiegt und der italienische Staat hat aktuell kein Geld mehr. Ein paar Erdbeben-Opfer sind in der aktuellen Finanzkrise wenig wert.