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Die Ukraine in Gefahr

Club of PoliticsDer ukrainische Präsident treibt die Annäherung der Ukraine an das Regime in Russland voran.

Russisch werde nun als zweite Amtssprache gelten. Das entschied der Präsident nahe am Ende seiner Amtszeit.

Für den Fall, dass die Proteste andauern, schloss er vorgezogene Neuwahlen nicht aus.

Das allerdings dürfte eher als unrealistisch betrachtet werden, denn die Umfragen sehen ihn und seine Partei klar als Verlierer voraus.

Janukowitsch und Väterchen Putin

So muss Janukowitsch ähnlich wie sein väterlicher Freund Putin dafür sorgen, dass man die Opposition ausschaltet oder um ihre Köpfe bringt. Daher wird nun das Verfahren gegen seine schärfste Gegnerin Timoschenko vorangetrieben. Wenn er es schafft, sie aus dem Verkehr zu ziehen oder sie weiter zu diskreditieren, dann kann er sich Hoffnung machen, die Opposition entscheidend geschwächt zu haben.

Doch er geht noch weiter: Janukowitsch bezweckt mit dem Gesetz die Abspaltung der prorussischen Ostukraine von der Europa-orientierten Westukraine. Wenn man denn nicht die gesamte Ukraine ins russische Boot bringen kann, dann versucht man es wenigstens mit einem Teil des einst stolzen Landes.

Nach dem EM ist vor der Unterdrückung

Sein Vorteil: Seit dem die Fußball-EM mit dem Finale abgezogen ist, sinkt das öffentliche Interesse an die Ukraine. Einem Land, das durch die Herrschaft diverser Oligarchen an den Rand des Ruins getrieben worden ist. Oligarchen, die sich durch ihr Sponsorentum dem Volk gegenüber als gnädig zeigen wollen. Doch ihr Reichtum ist nichts anderes als gestohlenes Geld: Wie einst in Russland teilten sich die früheren Kader-Angehörigen des ehemaligen Sozialismus die besten Stücke unter sich auf und saugen bis heute die Gewinne auf ihr Konto. Untereinander ist längst ein mafiöser Krieg entstanden.

Russifizierung und das vergessene Holodomor

Was einst dem Volk gehörte raubten die Oligarchen im Chaos beim Verlassen der UdSSR. Viele ehrlichen und gut ausgebildeten Menschen wurden an den Rand gedrängt, weil man sie entweder nicht gebrauchen konnte oder sie auf Grund ihrer Meinung zu gefährlich werden konnten.

Die ukrainische Identität soll wie einst durch Stalins Hungermord (ukrainisch: Holodomor) gebrochen werden. Der damalige Völkermord 1932/33 ist bis heute im Westen eher unbekannt oder wenig anerkannt und kostete ungefähr 14,5 Millionen Menschen das Leben. Es war der Genozid gegen die einheimische Bevölkerung der Ukraine mit dem Ziel der Neuansiedlung einer russischen Bevölkerung. Das Ziel war die Russifizierung – Nazis in den sozialistischen Farben. Noch heute ist daher der Unterschied zwischen dem Osten und dem Westen der Ukraine so erstaunlich groß.

Deutschland und Europa sind am Zuge

Auf Basis dieser Geschichte wäre es wünschenswert, wenn sich Deutschland und der Rest von Europa mit der Ukraine und deren politischen Unterdrückung beschäftigen. Denn die Ukraine ist ein Teil Europas und darf nicht durch das Wegschauen zu einer russischen Kolonie werden. Die ukrainische Opposition im Ausland verhält sich leider sehr passiv und ruhig. Mag das daran liegen, dass man die Übergriffe des ukrainische Geheimdienstes SBU und der russischen Variante FSB fürchtet? Oder ist es eher ein Desinteresse bei den Exilukrainern?

Man kann nur wünschen, dass die Politiker und die Medien in Europa deutlicher und offener gegen die Machenschaften des russischen Regimes in der Ukraine opponieren. Der Club selber wird sein Augenmerk darauf richten und versuchen, das Interesse daran wachzuhalten.