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Militärschlag gegen Syrien

Club of PoliticsFrankreichs Präsident Hollande bekam vor nicht allzu langer Zeit die Codes zu den französischen Atomraketen überreicht. So viel Macht in so kleinen Händen. Der Stolz musste ihn erdrücken.

Auch kündigte er den sehr raschen Rückzug der französischen Truppen aus Afghanistan an. Die Welt wähnte sich in Frankreich in friedlichen Zeiten.

Doch nun die Umkehr: Frankreichs Präsident fordert den klaren militärischen Schlag gegen Syrien. Es muss nun ein Ende in Syrien geben, hier und jetzt mit Gewalt.

Man muss Hollande zu Gute halten, das er ein Neuling sei. Denn: Wohin will er denn den militärischen Schlag zielen lassen? Will er die syrische Hauptstadt bombardieren lassen, damit noch mehr unschuldige Zivilisten ums Leben kommen?

Und wer soll diesen Angriff begleiten? Die USA sind aktuell mit sich selber beschäftig und sind es leid, den Europäern aus ihren Abenteuern zu helfen. Einst Jugoslawien, später Libyen und jetzt Syrien? Für Großbritannien mag es wieder ein Moment sein, sich als ehemalige Weltmacht zu fühlen. Doch die Briten haben andere Sorgen.

Und womit will er denn angreifen? Wir erinnern uns: Die USA und auch Deutschland mussten den europäischen Streitkräften in Libyen mit Material zu Hilfe kommen, weil denen die Bomben auszugehen drohten. Man darf kaum hoffen, dass sich dieses Arsenal in so kurzer Zeit wieder genügend aufgefüllt hat. Dies weiß auch Syrien. Die Drohung verpufft somit.

Auch scheint Hollande entgangen zu sein, dass die Politik der militärischen Schläge gegen andere Staaten unlängst von den USA als Erfinder dieser Politik wieder zu den Akten gelegt worden ist. Zu teuer ist das Spiel, zu schmerzhaft der Rückzug. Denn: Am Ende muss das Volk die Zeche zahlen und der Präsident genießt seinen Ruhestand.

Es ist bemerkenswert, wie ein unerfahrener Präsident dazu noch aus Frankreich so schnell andere Länder angreifen will. Es ist irritierend. Man kann nur davon ausgehen, dass Hollande weiß, dass ein solcher Schlag unrealistisch und nicht hilfreich sein kann. Dass er damit nur weitere Wählerstimmen für die baldigen Parlamentswahlen in Frankreich gewinnen will. Das mag uns zwar als Armutszeugnis erscheinen, doch für Hollande gilt: Der Zweck heiligt die Mittel. Nach der Wahl will er die Beziehungen wieder kitten.

Man denke nur, was in Europa los wäre, wenn ein neuer Kanzler aus Deutschland ähnliches fordern würde. Sofort würden die Mahnmale und Gedenktafeln aus dem Gepäck geholt werden, um den deutschen Komplex des ewigen schlechten Gewissens wieder bedienen zu können.

Für Deutschland gilt auf jeden Fall: Kein Militärschlag mit der Bundeswehr. Die Bundeswehr ist keine Armee für Abenteuer, sie ist ausgerüstet für die Landesverteidigung.

p.s: Und wenn es Hollande nur darum ging diese Schlagzeile zu bekommen, um die Parlamentswahlen zugewinnen, dann sei es ihm gegönnt. Denn für Europa ist ein französischer Präsident mit klaren Mehrheiten nützlicher als ein lahme Ente, die mit sinnlosen Vorschlägen um Mehrheiten im eigenen Land kämpfen muss.