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Optimismus der Konsumenten

Club of PoliticsWir lernten im vorherigen Beitrag der Serie: Der Optimismus der Banken basiert vor allem auf die grosse Menge an billigem Geld, das die EZB den Banken sehr günstig geliehen hat: 500 Milliarden Euro. Es ist das Geld der europäischen Steuerzahler. Sollten die Banken dieses Geld nicht zurückzahlen können, würde wiederum der Steuerzahler die Rechnung für die Banken bezahlen müssen.

So betrachtet ist der Optimismus der Banken begründet. Doch dieses Vorgehen hat nichts mit einer gesunden Wirtschaft zu tun. Das ist Subventionspolitik der brutalen Art in einem Wirtschaftszweig hinein, der eine Unterstützung gar nicht nötig hat. Die Investition in die Finanzbranche ist also keine Investition für einen zukünftigen wirtschaftlichen Aufschwung.

Es ist fehlgeleitetes Geld, das eher in Boni von Bank-Managern landet als das es zur Steigerung der Binnennachfrage in die Volkswirtschaft zurückkehrt.

Im jetzigen Teil geht es um die Frage, warum offiziell laut der GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) die Bürger gesteigert konsumfreudig sein sollen? Oder anders gefragt: Sind die Privathaushalte überhaupt konsumfreudiger geworden?

Oder werden hier Umfragen der GfK und deren Fragestellung nur fehlinterpretiert? Wie lässt sich die Tatsache erklären, dass man auf der einen Seite von Konsumfreudigkeit spricht, wenn auf der anderen Seite wichtige Konsumzeiten wie das Weihnachtsgeschäft 2011 kein Grund für Wachstumsphantasien hergaben?

Optimismus der Konsumenten

Der Konsumklimaindex der GfK steigt an. Die Konsumenten scheinen sich in einem Kaufrausch zu befinden. Selbst als Unternehmen wie METRO das Weihnachtsgeschäft 2011 als schlecht bezeichneten – das GfK-Konsumklima war überragend. Anfang 2012 soll der Rausch weitergehen. Doch der Konsument befindet sich gar nicht in einem Rausch. Wie ist diese Tatsache zu verstehen? Wo liegt das Problem mit der GfK-Prognose? Das Problem liegt in der Ermittlung der Werte für den GfK-Konsumklima. Es sind Fragen wie zum Beispiel:

Glauben Sie, dass es in Anbetracht der allgemeinen Wirtschaftslage derzeit günstig ist, größere Anschaffungen (Möbel, elektrische/elektronische Geräte usw.) zu tätigen?

Es ist eine Frage zum Glauben einer Person. Ob sie glaubt, dass es günstig sei, grössere Anschaffungen zu tätigen. Es ist nicht einmal eine Absichtserklärung. Eine positive Antwort darauf bedeutet also nicht, dass eine Person kaufen wird, sondern dass die Person glaubt, es könnte im Allgemeinen günstig sein. Daraus folgt kein direkter Beweis dafür, dass die Person selber verstärkt konsumieren wird.

Eine weitere Frage richtet sich an die finanzielle Zukunftslage einer Person:

Wie wird sich Ihrer Ansicht nach die finanzielle Lage Ihres Haushaltes
in den kommenden zwölf Monaten entwickeln?

Fehlinterpretation von Umfragen

Eine Privatperson ist in der Regel nicht in der Lage, diese Frage so zu beantworten. Sie kann gar nicht abschätzen, ob sich die Lage wirklich ändern wird. Wäre dem so, dann müsste diese Frage schon seit langem negativ beantwortet werden. Denn die Reallöhne stecken zum Beispiel in Deutschland seit Jahren in einer Stagnation oder sinken leicht. Kurz gesagt: Träumen darf jede Privatperson, wenn sie diese Frage beantwortet. Eine prognosefähige Aussage ergibt sich daraus aber nicht.

Sind Konsumenten-Umfragen gesponsert?

Fazit: Auf Basis der veröffentlichen Werte lassen sich keine direkten Rückschlüsse auf das Konsumverhalten der Bürger ableiten. Eher sollte man die Erwartung der Bürger zum Thema Konjunkturaussichten in der GfK-Umfrage betrachten. Diese ist negativ und weit entfernt von früheren Höchstwerten. Kurz gesagt: Der Konsument erwartet für die Zukunft nicht viel Gutes.

Soviel zum Thema Interpretation von Umfragen. Bleibt am Ende dieses Themas nur die Frage offen, warum man solche einfachen Umfragen derart fehlinterpretieren kann? Ist es eine Absicht, um dem Konsumenten eine selbsternährende Prognose zu erteilen?

Oder wird diese Umfrage der GfK von entsprechenden Wirtschaftsbereichen gesponsert? Es ist übrigens in diesem Zusammenhang auffällig, dass Banken aller Art die deutschen Privathaushalte wieder monatlich mit Angeboten zu diversesten Krediten gerade zu überschütten.

Fortsetzung folgt mit:

3. Der Optimismus der Unternehmen