*** Aktuelle BTW21 Prognose (17.01.2018 07:45:20 CET): CDU/CSU 31.9, SPD 20.1, AFD 13.7, GRÜNE 10.8, LINKE 9.4, FDP 8.9 ... Klicken Sie auf den Text für weitere Details ... ***

Die Vier Thesen der Pessimisten II

Club of PoliticsWie schon im ersten Teil gelesen: Die Menschen in Griechenland wählen sich die Wut aus dem Bauch. Das ist verständlich. So mancher kam gut dabei weg, wenn sein Lohn nur um 30 Prozent reduziert wurde.

Doch wenn das griechische Volk wie prognostiziert entscheiden wird, dann wird das bisherige eher harmlos erscheinen im Vergleich zu dem, was kommen wird. Dann wird sich Griechenland nicht mehr in der Euro-Zone halten können.

Auf eine Rückkehr zur Drachme folgen dann ein kräftiges Abrutschen der Wirtschaft und ein wohl endgültiger Vertrauensverlust gegenüber Griechenland. Dann hat das Volk seine eigene Währung, aber es bekommt noch weniger Geld. Und wer Geld hat, der kann sich nichts kaufen, weil der Import zum Erliegen kommt. Ein solches Griechenland wird Europas Börsen crashen lassen. Das ist dann der Beginn einer Depression.

3. Rechtsradikale blockieren die Niederlande

Die neue Regierungskrise in den Niederlanden kommt für Europa ebenfalls ungelegen. Die Haushaltsverhandlungen und somit das holländische Sparprogramm der Minderheitsregierung sind vorerst an den rechtsradikalen Politikern gescheitert. Somit werden die Niederlanden das Staatsdefizit nicht auf die Bedingungen der Euro-Zone senken können. Dazu drohen Rating-Agenturen mit dem Verlust der AAA-Note. Mit ins Chaos versinkenden Niederlanden dürfte Deutschland einen weiteren Partner im Kampf um Haushaltsdisziplin in Europa verlieren. Darauf wird der Markt drastisch reagieren.

4. Gestern Subventionen – heute unterm Rettungsschirm

Am Rande stehen dabei Länder wie Spanien und Portugal. Unter dem Rettungsschirm wird das Gedränge zunehmen. Wo einst mit Billionen von EU-Subventionen Misswirtschaft betrieben wurde, da hört man heute die Bettelschreie, um einen Platz unter Europas Rettungsschirm zu ergattern. Dass diese Politik die rechtsradikalen und rechtspopulistischen Parteien in den Geberländern fördert, ist schon heute eine Tatsache.

Einzig Deutschland blieb davon bisher verschont. Warum? Weil es Deutschland trotz Krise noch gut geht. Die Betonung liegt auf noch. Denn wenn die Kunden deutsche Exporte nicht mehr bestellen können, dann wird auch in Deutschland die Wirtschaft stottern. Dann werden die Arbeitnehmer mit jahrelangen Lohnzurückhaltungen entweder erneut leer ausgehen und der Binnenmarkt verfällt oder sie werden durch Lohnerhöhungen auch noch den letzten Keim der zarten Wirtschaftsblüte zum Erliegen bringen.

Daher ist es egal, ob die Lohnzurückhaltung bleibt oder die Erhöhung kräftig ausfällt. Sogenannte moderate Erhöhungen werden übrigens gar nichts bewirken. Der Binnenmarkt wird damit nicht angekurbelt werden können. Somit werden dann auch die rechtsradikalen und rechtspopulistischen Parteien in Deutschland neue Nahrung erhalten und positive Zukunftsaussichten genießen können.

Fazit

Der aktuell noch verbreitete Optimismus bekommt bald deutliche Risse. Die Börsen ahnen es schon und lassen die Kurse sinken. Die Führungskräfte der Top-Unternehmen stellen allmählich die Käufe der eigenen Aktien ein. Das Vertrauen in die eigenen Aktien lässt nach. Die Konjunkturuhr des Club of Politics hat sich in den letzten zwei Monaten nur unwesentlich geändert. Weiterhin ist im April die aktuelle Lage am Beginn des Abschwungs zu finden.

Die Prognose zeigt für Ende 2012 weiterhin auf starken Abschwung bis beginnende Rezession. Haben wir unsere Prognose bisher noch für leicht pessimistisch gehalten haben, so kann man uns bald noch Optimismus unterstellen. Versenken sich mit Frankreich und den Niederlanden weitere Grundpfeiler der EU, dann wird es dem Rest Europas auch nicht nützen, ein (noch) starkes Deutschland als Träger zu haben. Dann wird auch für Deutschland die Last zu groß werden.