*** Aktuelle BTW21 Prognose (14.12.2017 07:45:35 CET): CDU/CSU 31.3, SPD 21.1, AFD 13.2, GRÜNE 10.9, LINKE 9.5, FDP 8.8 ... Klicken Sie auf den Text für weitere Details ... ***

ROT-GRÜN auf Aufholjagd

Die Union befindet sich nach wie vor im Sinkflug und rutscht nun erstmals unter die 32% Marke (31,8% -0,4). CDU und CSU verlieren seit April atemberaubend an Zustimmung. Die SPD hingegen bleibt im Vorwärtsgang und pirscht sich an die 28,5% (+0,9) heran. Der Zugewinn der Sozialdemokraten geht klar auf Kosten der Regierungsfarben Schwarz und Gelb.

Bei den kleinen Parteien bewegen sich die Grünen positiv in kleinen Schritten (16,0% +0,2). Die Liberalen lassen nochmals ordentlich Federn: 6,0% (+0,7). Die Piraten bleiben in ihrem positiven Trend der kleinen Schritte und landen bei 2,3% (+0,1). Die Linken geben nach und sind bei 10,9% (-0,4) zu finden. Klare Verlierer sind somit die Farben Schwarz und Gelb. Kein Wunder angesichts des internen Koalitions-Bashings. Die Regierung gleicht einem Kindergarten ohne Aufsicht.

Es fehlt der Koalition nach wie vor ein klares Konzept, um aus der eigenen Krise und den internen Streitigkeiten herauszukommen. Angela Merkel fehlt offensichtlich inzwischen die Hausmacht, denn sie greift nicht entscheidend durch. Dazu lieben sich offenbar Christ-Soziale und Liberale in der Rolle der ungeliebten Nachbarskinder im gemeinsamen Sandkasten. Ein Familienberater würde wohl den Grund für die einst geschlossene Beziehung hinterfragen.

Es ist daher mit Vorsicht zu genießen, die Rot-Grüne Fraktion als Sieger zu feiern. Sie legen vor allem deswegen zu, weil der politische Gegner wortwörtlich alles falsch macht. Sie wachsen aber nicht, weil sie die bessere Alternative sind. Dies sollten beide Parteien bedenken. Denn um den Trend langfristig zu stabilisieren, bedarf es auch dort eines Konzepts. Ohne ein solches werden beide die zugewanderte Zustimmung nicht langfristig binden können.

Am unteren Spektrum der Parteienlandschaft fällt auf, dass die Piraten offensichtlich eine kleine aber stetig wachsende Gemeinde bilden. 2,3% mögen noch um einiges entfernt sein für Vorfreuden auf Einzug in Parlamente. Doch offenbar gibt es einen stabilen Nährboden, der vor allem für junge Wähler eine interessante Alternative bildet. Blickt man hinter die Kulissen und auch neben ihren Kernthemen könnte man sie im sozial-liberalen Umfeld ansiedeln.

Die Linken muss man aktuell als Verlierer bezeichnen. Sie sind zwar stabil zwischen 10 und 11%, aber sie profitieren nicht von dem Dilemma der Regierung und von dem Zuwachs auf der linken Seite. Es deutet sich an, dass diese Zahl mittelfristig das maximale Potential darstellt.