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Optimismus der Unternehmen

Club of PoliticsWie bereits berichtet gibt es keinen eindeutigen Hinweis auf eine gesteigerte Konsumfreude der Bürger – wenn man die Daten korrekt liest. Nur die Banken sind bisher dank billiger Geldgeschenke vom Steuerzahler durch die EZB in guter Laune.

Wie sieht es bei den Unternehmern aus? Im folgenden Beitrag wollen wir deren durch manche Wirtschaftsinstitute berichteten Optimismus über unseren Konjunkturindex selber analysieren und bewerten. Sind die Unternehmer optimistisch und wenn ja wie stark mag eine solche Entwicklung sein?

Zukunftserwartung: Zwischen Abschwung und Rezession

Der Optimismus der Unternehmen hält sich bei Betrachtung der ermittelten Werte in Grenzen.
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Man beurteilt die Zukunftserwartung in den letzten Monaten weiterhin negativ, auch wenn die Werte leicht angestiegen sind. Die über 12 Monate geglätteten Werte (jene aus der eigentlichen Konjunkturuhr) weisen kaum eine positive Änderung auf. Solche kurzfristigen Wendungen gibt es in jeder Abschwungphase. Zum Beispiel zuletzt 2007. Es ist in der Regel der Versuch, gegen die negative Stimmung mit Optimismus anzukämpfen. Aber es ist sehr häufig nur die Verzögerung des negativen Trends.

Aktuelle Situation: Kein Optimismus

Parallel dazu mag die aktuelle Lage kurzfristig einen Blick aus dem Keller des Abschwungs riskieren. Doch auch hier sieht der über 12 Monate geglättete Verlauf wenig optimistisch aus: Unbeirrt schwingt er tiefer in den Abschwung hinein.

Vergleichbare Situationen: 1998/99 und 2007

Ähnliche Verhaltensmuster hat man zwischen 1998 und 1999 beobachten können. Die Blase des New Market drohte damals schon zu platzen, doch die Banken pumpten weiterhin Geld in wertlose Firmen. Was damals die Banken taten, das übernimmt heute die EZB: Zwischen Ende 2011 und März 2012 wurden über 1 Billionen Euro an Steuergelder als Billigkredite in den Markt der Finanzunternehmen gepumpt. Teures Blutplasma für blutarme Investmentbanker mit Bonusgarantie.

Zurück zum New Market: Anfang 2000 gipfelte die damalige Situation in dem Zusammenbruch der Beurteilungen jener wertlosen Unternehmungen. Anfang 2002 gab es dann wieder eine kleine Wende aus dem Tal heraus, welches Mitte 2002 jäh zusammenbrach. Ein Abschwung schwingt in Wellen ab. Das sagt schon der Name. Es ist niemals eine gerade Linie. Es ist immer der Kampf zwischen dem Zweckoptimismus und der Realität.

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Psychologischer Fehlalarm

Die Suche nach dem Auslöser ist in der Psychologie der Menschen zu finden: Nach vielen negativen Schlagzeilen will man diese einfach nicht mehr hören und kehrt in eine Art Zweckoptimismus ein, der dann jäh enttäuscht wird und den Markt noch tiefer in das Tal stürzt.

Genau diese kurzfristigen Schwankungen sind übrigens die Gründe dafür, warum die Konjunkturuhr des Club of Politics auch immer die Werte der Vergangenheit zu den aktuellen Werten hinzuzieht. Die Glättung zeigt den Trend an und reduziert die kurzfristigen Stimmungsschwankungen.

Kurzfristige Meinungen – langfristige Trends

So kann man also diese kurzfristigen Stimmungsschwankungen gegen mittelfristige Trends austauschen. Die Tendenz für die Ende des Monats zu veröffentlichen Werte zeigen dabei klar an: Die Erwartung der Zukunft verharrt im negative Gesamttrend. Das passt zu den Analogien: Zwischen 1998 und 1999 drehte der Markt eine Seitwärtsbewegung, um dann in 2000 abzustürzen. Auch in 2007 stemmte sich die kurzfristige Stimmung des Marktes gegen den Trend, um dann im selben Jahr endgültig in die Rezession abzutauchen.

Fazit: Auf Monatsbasis dreht der menschliche Zweckoptimismus die Stimmung kurzfristig ins Positive. Daher berechnet der Club of Politics seine Konjunkturuhr immer auf Basis von 12-monatlich geglätteten Werten. Erst dort erkennt man den entscheidenden mittel- und langfristigen Trend: Es gibt nach wie vor noch keinen Grund für eine Entwarnung.

Fortsetzung folgt mit:

4. Der Optimismus der Börse