*** Aktuelle BTW21 Prognose (13.12.2017 19:00:24 CET): CDU/CSU 31.3, SPD 21.1, AFD 13.2, GRÜNE 10.9, LINKE 9.5, FDP 8.8 ... Klicken Sie auf den Text für weitere Details ... ***

Die Kleinen sind die größte Wählergruppe

Die neusten Prognosen bestätigen den Trend: Der Verband der kleinen Parteien (GRÜNE, LINKE, FDP und Piratenpartei) bleibt mit 34.2% größer als eine der beiden Volksparteien. Zählt man allerdings CDU/CSU und SPD zusammen, so erhält man 60.4% – der beste Wert seit der Bundestagswahl. Die stärkste Botschaft des Wählers aber ist die Abstrafung der Regierung: Die Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP ist sehr weit weg von einer Mehrheit. Auf 40.9% ist die Regierung geschrumpft.

Die Parteien im Einzelnen: Die CDU/CSU scheint sich nach wie vor stabil bei 33 – 34% einzupendeln. Ihr schadet die schlechte Regierungsarbeit kaum – die negative Arbeit wird offenbar vor allem der FDP angekreidet. Die FDP ist die klare Verliererin, deren Prognose jetzt auf 7.1% zusammengeschmolzen ist. Seit der Bundestagswahl geht es mit der FDP in den Prognosen nahezu linear bergab. Dass ihr die schlechte Regierungsarbeit als einzige der drei Koalitionspartner schadet, liegt wohl an der schlechten medialen Präsenz. Manchmal erscheinen Parteispitze und der Rest der Partei nicht wirklich eine Einheit zu sein. Westerwelle wird inzwischen das Regieren als Schwäche ausgelegt. Selbst positive Vorschläge der FDP werden so nicht mehr wahrgenommen

Hinzu kommt natürlich auch, dass kleine Parteien gegenüber großen Parteien in der Medienlandschaft deutlicher darunter leiden, zum einen nicht die Präsenz zu bekommen und zum anderen stärker in der Kritik zu stehen. Für Medien ist es leichter, kleinere Parteien zu kritisieren. Doch es gibt auch Ausnahmen: Die Grünen profitieren mittelfristig  von der Schwäche der Regierung und auch von der SPD. Grün ist mit 14.3% auf hohem Niveau. Und so sehr sich die SPD über ihre 26.6% freut: Die Grünen haben der SPD inzwischen wieder weitere Wähler abwerben können. Für mögliche 30% muss die SPD im Moment wohl ihr gesamtes restliches Wählerpotential mobilisieren. Die Linken hingegen scheinen im Moment ihre Grenze erreicht zu haben. Sie pendeln bei 10 – 11 % und scheinen keine weiteren Zugewinnen machen zu können. Hier wirkt sich eventuell negativ aus, dass mit dem Führungswechsel auch die sogenannten Lautsprecher verloren gegangen sind.

Bemerkenswert ist die Piratenpartei: Nach den Wahlen in NRW lag die Vermutung nahe, dass die Partei schnell wieder aus der Parteienlandschaft verschwinden könnte. Aber nein: 2.1% gibt die Prognose aus. Ein nicht zu unterschätzender Wert. Es bleibt aber in der Zukunft abzuwarten, wie sich die Partei entwickeln wird. Fest steht: Ohne Parteiprogramm wird sie von vielen Wähler nur als Protest wahrgenommen. Die etablierten Parteien werden sie ohne Programm auch nicht als Gesprächspartner betrachten können. Um Ernst genommen zu werden, werden die Piraten sich ein Programm erarbeiten müssen.