*** Aktuelle BTW21 Prognose (24.11.2017 19:00:32 CET): CDU/CSU 31.9, SPD 21.1, AFD 11.9, GRÜNE 11.1, FDP 10.2, LINKE 9.4 ... Klicken Sie auf den Text für weitere Details ... ***

Politprognose Parteien #BTW17 – AfD und FDP im Aufwärtstrend

Stand 20.09.2017: Die AfD und die FDP bleiben im Aufwärtstrend, SPD und Union fallen weiterhin ab. Nur noch wenige Tage und es wird spannend. Kurz vor der Wahl bewegen sich die Stimmen der Prognosen. Die Union fällt den tiefsten Wert seit Mai, die SPD steht so schlecht dar wie im Januar dieses Jahres.

Zur Erklärung der Berechnungen: Die Prognosen der Politprognose werden für jede Partei immer durch einen einzigen Wert ausgedrückt. Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit und führt bei Abweichungen zum tatsächlichen Ergebnis zu Verstimmungen beim Wahlvolk. Dabei muss klar sein, dass die Prognosen sehr viele Abhängigkeiten haben. Beispiele: Sagen befragte Menschen die Wahrheit? Was tun die befragten Menschen, wenn dann wirklich gewählt wird – also am Wahltag? Wie entscheiden sich die Menschen, die noch unschlüssig sind? Gibt es bei einer Partei einen deutlich höheren Anteil an Nichtwählern? Daraus folgt, dass ein einzelner Wert die Prognose immer nur ungenau angibt.

Unser Prognosesystem bezieht daher auch die Fehlertoleranz der Vergangenheit mit ein und berechnet daraus drei „Zonen“. Die erste Zone gibt mit einem Minimum- und Maximumwert den Prognosebereich mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,9% an. Diese Zone hat daher – je nach Partei – eine mehr oder weniger große Schwankung.

Die zweite Zone gibt mit einem Minimum- und Maximumwert den Prognosebereich mit einer Wahrscheinlichkeit von 90,0% an. Diese Zone hat daher – je nach Partei – eine mehr oder weniger kleine Schwankung. In diesem Bereich wurden bei den fünf der letzten sechs Bundestagswahlen die Prognosen der Union, SPS, Grüne und Linke richtig vorhergesagt.

Die dritte Zone (die eigentliche Prognose) besteht nur aus einem einzigen Wert und ist in der Tat die Schnittmenge der beiden ersten Zonen. Das bedeutet für unsere aktuelle Prognose folgende Zahlen und Aussagen:

CDU/CSU

Zone 1 (99,9%) Min. Max.
30,0 42,0
Zone 2 (90,0%) Min. Max.
33,0 39,0
Zone 3 (Prognose) 36,4

Je näher die Wahl rückt, desto mehr verliert die Union an Boden. Galt es vor kurzem noch als klar, dass die Union die 40-Prozentmarke sicher erreicht, so wird dies durch die aktuelle Prognose in Zweifel gezogen. 36,5 Prozent bedeuten ein schwacher Wert, auch wenn es zum Sieg reichen wird.

In den letzten 6 Bundestagswahlen lag der letzte Unions-Wert der Politprognose vor dem Wahltag 5-mal in der Zone 2 (also der enger gefassten Zone) und nur einmal in der Zone 1. Die Werte der Union fluktuieren oftmals sehr kräftig, weil die Union Zulauf und Ablauf von bzw. zu den Parteien Links und Rechts der Union hat. Zum Beispiel die FDP tauscht sehr häufig eine Gruppe von Wählern mit der Union aus.

Angela Merkel bleibt Kanzlerin

Die Union wird Stand heute auf jeden Fall die mit Abstand größte Fraktion bilden und somit wird Angela Merkel Kanzlerin bleiben. Dies kann nur noch durch einen entsprechend großen Skandal oder aus gesundheitlichen Gründen verhindert werden. Die SPD mag mit viel Glück die Union in den letzten Tagen noch erfolgreich attackieren können, aber sie wird nicht an die Werte der Union herankommen.

Auch eine Oderflut hilft hier nicht. Die Flut übrigens war damals nicht der Hauptauslöser für das spektakuläre Finale mit dem Wahlsieg Schröders über Stoiber. Die Werte der Union waren bereits vorher in einem starken Sinkflug. Die Oderflut hat dies nur noch etwas beschleunigt.

SPD

Zone 1 (99,9%) Min. Max.
20,0 24,0
Zone 2 (90,0%) Min. Max.
21,0 23.0
Zone 3 (Prognose) 22,2

Die SPD fällt auf 22,2 Prozent zurück. Ein Desaster kündigt sich an.

In den letzten 6 Bundestagswahlen lag der letzte SPD-Wert der Politprognose vor dem Wahltag 5-mal in der Zone 2 (also der enger gefassten Zone) und nur einmal in der Zone 1. Die Werte der SPD fluktuieren nicht ganz so kräftig, weil die SPD auf Grund der potentiellen Wähler als leichter prognostizierbar gilt. Die niedrigen Werte der SPD zeigen: Die Partei ist schon sehr tief in der Nähe der treuen Stammwählerschaft gerutscht.

Schulz wird nicht Kanzler

Die SPD wird auf jeden Fall die zweitgrößte Fraktion bilden. Sie wird auch die zweitgrößte Partei werden, weil die CDU auch ohne die CSU klar vor der SPD liegt. Die SPD ist und bleibt also die Nummer zwei. Herr Schulz wird nicht Kanzler werden. Denn für eine Mehrheit außerhalb Schwarz-Rot fehlen der SPD die Koalitionspartner.

Die SPD verliert kurz vor der Wahl an Zuspruch, potentielle Wähler wandern Richtung AfD. Auch Schulz hat viele Themen im Wahlkampf nicht angesprochen. Das könnte sich auch für ihn kurz vor der Wahl rächen.

AfD

Zone 1 (99,9%) Min. Max.
8,5 11,5
Zone 2 (90,0%) Min. Max.
10,5
Zone 3 (Prognose) 10,1

Für die AfD werden 10,1 Prozentpunkte prognostiziert. Damit ist sie zum ersten Mal seit März wieder zweistellig. Im Juli lag die AfD mit 7,7% noch am Boden der Prognosen. Doch seitdem hat sie sich kräftig erholt. Potentielle Wähler aus dem Lager von Union und SPD scheinen aktuell für die AfD stimmen zu wollen.

Bei der letzten Bundestagswahl lag der letzte AfD-Wert der Politprognose vor dem Wahltag in der Zone 1. Das ist nicht verwunderlich, denn die Partei ist recht neu und hat sich zwischenzeitlich bei Äußerungen von Parteimitgliedern von Rechtskonservativ bis nach Rechtsradikal ausgedehnt.

Die Prognose dieser Partei ist ein Wagnis, denn die Werte der Partei besteht zum größten Teil aus Protestwählern. Protestwähler neigen dazu, am Wahltag unberechenbar zu werden. In Deutschland ist der Frust offenbar groß, daher könnte die AfD sogar die drittgrößte Fraktion werden. Es gilt zumindest als sehr wahrscheinlich, dass die AfD in den Bundestag kommt.

FDP

Zone 1 (99,9%) Min. Max.
8,0 11,0
Zone 2 (90,0%) Min. Max.
8,0 10,0
Zone 3 (Prognose) 9,5

In den letzten 6 Bundestagswahlen lag der letzte FDP-Wert der Politprognose vor dem Wahltag 3-mal in der Zone 2 (also der enger gefassten Zone) und 3-mal in der Zone 1. Die Werte der FDP fluktuieren kräftig, da die FDP in direkter Konkurrenz zur Union steht. Wähler der FDP sind oftmals Unionswähler, die sich ein Schwarz-Gelbes Bündnis wünschen. Ist der Wunsch einmal klein, dann verliert die FDP entsprechend. Die Werte der FDP bleiben somit sehr beweglich. Zumindest gilt es als sehr wahrscheinlich, dass die FDP in den nächsten Bundestag kommt.

Linke

Zone 1 (99,9%) Min. Max.
8,0 11,0
Zone 2 (90,0%) Min. Max.
9,0 10,5
Zone 3 (Prognose) 9,5

In den letzten 6 Bundestagswahlen lag der letzte Linke-Wert der Politprognose vor dem Wahltag ebenfalls 5-mal in der Zone 2 (also der enger gefassten Zone) und nur einmal in der Zone 1. Die Werte der Linke fluktuieren nicht so kräftig, weil die Linke relativ am Rand der potentiellen Wählerschaft liegt. Aus dem Lager der Kommunisten ist kaum noch Zulauf zu erwarten, so reduziert sich eine Zuwanderung bzw. Abwanderung in der Regel auf enttäuschte SPD-Wähler aus dem linken Rand der SPD.

Die Linken konkurrieren in der Gruppe der kleinen Parteien um Platz 3 aller Fraktionen bzw. Platz 4 aller Parteien (man vergesse die CSU nicht). Dieser Konkurrenzkampf dürfte das eigentlich spannende Thema der Bundestagswahl werden. Sicher ist zumindest: Die Linken kommen in den nächsten Bundestag.

Grüne

Zone 1 (99,9%) Min. Max.
6,0 9,0
Zone 2 (90,0%) Min. Max.
6,5 9,0
Zone 3 (Prognose) 7,8

In den letzten 6 Bundestagswahlen lag der letzte Grüne-Wert der Politprognose vor dem Wahltag 5-mal in der Zone 2 (also der enger gefassten) und nur einmal in der Zone 1. Die Werte der Grünen schwanken nicht sehr kräftig, der aktuelle Wertebereich weißt größtenteils die Stammwählerschaft der Grünen aus.

Einst erreichten die Grüne kurz nach Fukushima Werte nahe der SPD, doch diese Werte konnten sie nicht bis zur nächsten Wahl retten. Die Grünen können also potentielle Neuwähler nicht an sich binden. Das ist gefährlich, weil das aktuelle Minimum der Zone 1 nahe an der 5 Prozenthürde liegt. Aktuell deutet alles darauf hin, dass die Grünen mit leichtem Abstand hinter den anderen kleinen Parteien folgen wird.