*** Aktuelle BTW17 Prognose (22.09.2017 07:45:54 CET): CDU/CSU 36.3, SPD 21.9, AFD 10.5, LINKE 9.5, FDP 9.4, GRÜNE 7.8 ... Klicken Sie auf den Text für weitere Details ... ***

Politprognose Koalition #BTW17 – Bleibt uns GroKo erhalten?

Stand 20.09.2017: Unverändert führen GroKo und Jamaika weiter, Schwarz-Gelb nach wie vor immer ohne Mehrheit. Zwar steigen die Werte der FDP, das geht aber zu Lasten der Union. Da die Union auch noch Stimmen an die AfD verliert, fehlen Schwarz-Gelb insgesamt ausreichend Stimmen. GroKo bleibt also aktuell die wahrscheinlichste Koalition.

Zur Erklärung: Neben den Politprognosen der Parteien sind auch die Prognosen für die jeweiligen Koalitionsmöglichkeiten interessant. Diese sind für die Union ermutigend und für die SPD ernüchternd. Denn die nächste Regierung wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von der Union angeführt. Die SPD selber hat nur die Option, wieder als Juniorpartner in eine Schwarz-Rote Koalition einzutreten.

Hier werden wir nun die Koalitionsmöglichkeiten an Hand der im vorherigen Beitrag dargelegten Prognosewerte der Zone 2 (mit 90,0% Wahrscheinlichkeit) berechnen. Diese Zone enthält nur kleine Schwankungen und kann für die Berechnung der Koalitionen hergenommen werden. Wir gehen auf Basis der aktuellen Prognose davon aus, dass man 47,8% Wählerstimmen benötigt, um im Bundestag eine Mehrheit zu bekommen. Das ist möglich, da ja nicht alle Stimmen es in den Bundestag schaffen. Kurz gesagt: Die sonstigen Parteien, die alle an der 5 Prozenthürde scheitern.

Platz 1: GroKo mit Schwarz-Rot

Die erste Option ist die große Koalition bestehend aus CDU, CSU und SPD.

Schwarz-Rot Min. Max.
54,0 62,0
Prognose: 58,6

Die Zahlen sprechen für sich: Egal wie gut oder schlecht die Ergebnisse für Union und SPD werden. Die Fortsetzung der großen Koalition ist auf jeden Fall möglich. Allerdings ist eine große Koalition auf Dauer nicht gut für die Demokratie, weil es dadurch kaum eine funktionierende Opposition gibt. Außerdem stärken große Koalitionen häufig rechtsradikale Parteien (Sic!). Doch das dürfte die großen Parteien in erster Linien nicht interessieren. Denn wer Mitglied in der Regierung ist, der kommt auch an attraktive Geldtöpfe heran. Für die SPD würde alles andere als GroKo also der Verlust dieser attraktiven Geldtöpfe bedeuten.

Die aktuellen Werte zeigen an, dass die Stimmenanzahl der GroKo sinken. Das liegt an der gleichzeitigen Schwäche von Union und SPD. Doch die Zahlen sind weiter sehr hoch und die Mehrheit satt.

Platz 2: Jamaika mit Union, FDP und Grüne

Die zweite Option ist die Jamaika-Variante bestehend aus CDU, CSU, FDP und Grüne.

Jamaika Min. Max.
47,5 58,0
Prognose: 53,7

Das Minimum zeigt an: Jamaika ist eine Koalition, die wahrscheinlich eine Mehrheit im Bundestag hätte. Diese Option ist aber kompliziert, denn jede der Parteien behauptet vor der Wahl, dass diese Option nicht denkbar ist. Doch nach der Wahl sieht es wahrscheinlich anders aus, denn Schwarz-Grün oder Schwarz-Gelb alleine haben aktuell keine Mehrheiten. Die Grünen selber haben keine große Wahl denn, wenn man nicht genug Stimmenanteile bekommt, dann bleibt ihnen nur diese Option. Gleiches gilt für die FDP.

Platz 3: Schwarz-Gelb mit Union und FDP aktuell ohne Mehrheit

Die Option Schwarz-Gelb bestehend aus CDU, CSU und FDP scheitert aktuell weiterhin knapp an einer Mehrheit.

Schwarz-Gelb Min. Max.
41,0 49,0
Prognose: 45,9

Schwarz-Gelb scheitert im Moment sehr knapp an einer Mehrheit. Die Maximalwerte deuten zwar an, die Hürde reißen zu wollen. Allerdings ist es sehr unwahrscheinlich, dass beide zusammen das Maximum erreichen. Denn dort geht es um Wähler, die entweder Union oder FDP wählen würden. So müssen Union und FDP bei SPD und Grüne Wähler gewinnen. Um Wähler bei der AfD zurückzuholen ist es kurz vor der Wahl zu spät. Das hätte man vorher versuchen müssen. Auch wenn andere Statistiker es anders sehen: Die Chancen stehen bestenfalls 50:50.

Platz 4: Schwarz-Grün mit Union und Grüne ohne Mehrheit

Die Option Schwarz-Grün bestehend aus CDU, CSU und Grüne scheitert aktuell an einer Mehrheit.

Schwarz-Grün Min. Max.
39,5 49,0
Prognose: 44,2

Die Variante Schwarz-Grün scheitert im Moment an einer Mehrheit. Die Maximalwerte liegen zwar leicht über der Hürde. Doch auch hier gilt: Es ist eher unwahrscheinlich, dass beide zusammen das Maximum erreichen. Diese Option ist wohl nur dann wahrscheinlich, wenn die Union über 40% an Stimmen bekommt und die Grünen nicht weiter absacken.

Platz 5: Rot-Rot-Grün mit SPD, Grüne und Linke ohne Mehrheit

Die Option Rot-Rot-Grün bestehend aus SPD, Grüne und Linke scheitert klar an einer Mehrheit.

Rot-Rot-Grün Min. Max.
36,5 42,5
Prognose: 39,5

Diese Option wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht die nächste Regierung bilden. Die Maximalwerte liegen deutlich unter der Hürde.

Andere Optionen

Alle anderen Optionen wie zum Beispiel Ampel (SPD, FDP, Grüne) und Rot-Grün (SPD, Grüne) scheitern deutlich an der Hürde und sind sehr unwahrscheinlich. Daher werden sie hier nicht gelistet. Auch nicht gelistet werden Optionen mit einer Beteiligung der AfD.

Eine Koalition ist für die AfD auch nicht das Ziel. Man will in den Bundestag in die Opposition: Denn die Mitgliedschaft im Bundestag steigert die Bekanntheit. Man kann als Opposition viel Lärm produzieren ohne wirklich etwas Nützliches zu schaffen. Für Regierungsparteien heißt das aber auch, dass man die Opposition nicht ignorieren darf. Denn nach den Wahlen ist vor den Wahlen und Ignoranz kann die Opposition stärken. Denn Mitte Oktober wird in Niedersachen gewählt, danach kommen die Herbstwahlen 2018 in Bayern und Hessen.

Kein Wunder, dass die etablierten Parteien die Legislaturperioden in Bund in Land verlängern wollen. Man macht sich damit ein kleines Stück unabhängig vom Wahlvolk. Doch wenn zwischen Wahlterminen zu viel Zeit vergeht, dann leidet die Demokratie. Das Volk hat ja jetzt schon den Eindruck, selten gefragt zu werden. Vorteil für die Parteien: Wenn sie sich einig sind, dann müssen sie das Wahlvolk bezüglich dieser Änderung nicht mehr fragen. Nun, es ist aber auch äußerst ärgerlich, wenn das Wahlvolk seine eigene Meinung hat.

Fazit: Es wird wohl GroKo

Die große Koalition ist die wahrscheinlichste Option. Merkel bleibt Kanzlerin und Schulz dankt ab, so dass Gabriel wieder in die erste Reihe rückt. So gesehen hat Gabriel alles richtiggemacht, als er Schulz den Vortritt gab: Schulz trägt die Last der Niederlage und Gabriel kommt wieder als Retter.

Was aber ist mit Jamaika? Man darf davon ausgehen, dass Merkel zum letzten Mal das Kanzleramt übernimmt. Da wird sie sich den Ärger mit einer Koalition aus lauter kleinen zankenden Partnern sparen. Denn wenn Grüne und FDP in eine solche Koalition eintreten, dann müssen sie aufpassen, dass sie von der Union nicht zerdrückt werden. Der FDP ist dies beim letzten Mal passiert. Das geht nur über Abgrenzung und Zank.