*** Aktuelle BTW21 Prognose (22.10.2018 07:45:24 CET): CDU/CSU 26.9, GRÜNE 18.4, AFD 15.5, SPD 15.0, LINKE 9.8, FDP 9.5 ... Klicken Sie auf den Text für weitere Details ... ***

#btw17 – AfD im Aufwind

Die AfD ist aktuell neben Union und SPD die dritte Kraft in den Umfragen. Der Höhenflug hält an, 10.2 % ist ein hoher Wert. Die Ignoranz der anderen Parteien wirkt sich positiv für die AfD aus. Die anderen Parteien müssen lernen, mit der AfD umzugehen. Die AfD einfach nur in die rechtradikale Ecke zu schieben wird nur der AfD helfen.

Die AfD ist dank der Umfragewerte wählbar geworden. Die potentiellen Wähler stammen dabei gar nicht so sehr aus der rechtsradikalen Ecke. Das Potential möglicher rechtsradikaler Wähler in Deutschland ist äußerst gering. Zieht man die Protestwähler ab, dann erreichen rechtsradikale Parteien nicht mehr als 1 bis maximal 2 %.

Zusätzlich stufen Politikwissenschaftler die AfD zwar als rechtspopulistisch aber nicht als rechtsradikal ein. Das liegt an den Wählern, die aktuell zur AfD gewechselt sind: Denn nicht wenige Wähler der Union und sogar ein paar der SPD müssen sich in den Umfragen für die AfD entschieden haben. Anfänglich bekam die AfD ein paar Wähler der SPD, doch aktuell profitiert die AfD deutlich von der Schwäche der Union. Hintergrund: Es gibt seit längerem nicht wenige Stammwähler der Union, denen in der Politik der Union das rechtskonservative Element verloren gegangen ist.

Das alles ist nun hoffentlich kein Grund für die alten Parteien, die Umfragewerte verbieten zu lassen. Eine Demokratie lebt von Vielfalt. Seit dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland sitzen mit den Linken sogar einige Kommunisten im Bundestag. Nicht alle Linke Politiker sind Kommunisten. Doch man darf die Website der Linken zitieren: „ Die Kommunistische Plattform ist ein offen tätiger Zusammenschluss von Kommunistinnen und Kommunisten in der Partei DIE LINKE“.

Das wäre in den 70ern der Bundesrepublik undenkbar gewesen. Dass nun der rechtspopulistische Flügel eine Stimme bekommt, mag gerade der Union nicht passen. Ihr droht das Problem, das die SPD mit den Linken bekommen hat: Stimmenverluste. Eine Demokratie lebt von Pluralismus der Meinungen und nicht von den vorgefertigten Gedanken einer möglichen etablierten Politikkaste. Rechtspopulismus mag manchen nicht schmecken, ist aber nicht verboten.

Die potentiellen Wähler gewinnt man nicht dadurch zurück, dass man die AfD diffamiert oder solche Wähler beleidigt. Man muss sich demokratisch auseinandersetzen. Denn offenbar passt diesen potentiellen Wählern die Politik der Regierungsparteien nicht. Und man darf nicht vergessen: Der Wähler gibt mit seiner Stimme vor, was und wie regiert wird. Aus der Mehrheit dieser Stimmen sollte sich dann eine mehrheitsfähige Regierung bilden.

Die Fehlertoleranz liegt bei circa +/- 3 Prozentpunkten. Wie gesagt: Es gibt nicht viele historische Daten, daher ist der Wert unsicher.

Tendenz bis zur Wahl Oktober 2017: Die AfD ist eine recht junge Partei, daher sind mittelfristige Trends noch nicht wirklich auszumachen. Werte um die 10 Prozentpunkte sind aus heutiger Sicht nicht unmöglich.