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Schutz vor dem Vatikan: Das Kondom

Eine Sensation hat der Vatikan in persona des deutsch-bayrischen Papst Bendikt XVI für seine Schäfchen zur kommenden heiligen Weihnachtszeit parat: Die Benutzung des Kondoms ist unter bestimmten Bedingungen und nach einem wohlmöglich komplizierten Bewilligungsverfahren möglich. Dem Club of Politics wurden dazu geheime Unterlagen zugespielt, unter denen sich auch ein Antragsformular für ein Einzelprüfungsverfahren zur außerordentlichen Nutzung der Präservative befand.

Seit der Entdeckung des Übersetzungsfehlers zur „Jungfrau versus jungen Frau“ Maria ist es zu keinem annähernd umwälzenden Prozess innerhalb der heiligen Hallen der veralteten Männer gekommen. Was ist passiert, dass die Touristenattraktion Papst zumindest teilweise die Aufrüstung der Verhütung bei der geschlechtlichen Liebe erlaubt? Hat man schlussendlich die Bedienungsanleitung gefunden?

Kondome dürfen nun auch für die Katholiken existieren. Der Papst erlaubt es. Wenn auch noch stark eingeschränkt. Es kommt einem Erdbeben gleich. Dies ist nur annähernd mit Schabowskis Öffnung der Grenze zwischen DDR und Deutschland vergleichbar. Und vielleicht reagieren die Katholiken nun so wie einst die Deutschen im Osten der Republik: Das Volk stürmt die Automaten, durchbricht die schützenden Ketten der bekutteten Kleriker und macht sich ran an die Benutzung der Gummizwischenlage. In München standen die Gläubiger und Gläubigen am einzigen Automaten in einem Umkreis von 100 Metern in der U-Bahnstation Marienplatz in der Nähe der Frauenkirche stundenlang Schlange und mussten unruhig darauf warten, dass sie an die Reihe kamen.

Dann die erlösende Meldung: Der Erzbischof der Diözese verkündete am Balkon des Münchner Rathaus unter dem johlenden Lärm des Volkes: „… dass ihre Ausreise genehmigt wurde.“ Ja, okay. Es lag ein Hauch von Genscher in der Luft. Nicht enden wollender Jubel durchflutet den Rathausplatz. Das Personal der Frauenkirche öffnete die Pforten und verteilte tausende profillose Gummis mit Weihrauchgeschmack gratis, um die humanitäre Zwangssituation vor dem Automaten zu entlasten. Wie das begehrte Manna oder gar wie Begrüßungsgeld entrissen tausende Katholiken dem Münchner Bodenpersonal das Corpus Delicti und traten eiligst den Rückweg in die eigenen Gemächer an. Alles natürlich nur Einzelfälle. Die Meldung ob des wohl komplizierten Genehmigungsverfahrens war bis dato noch nicht bekannt. Es ging im Jubelschrei der katholischen Volksmenge unter. Wie das Genehmigungsverfahren ablaufen solle, darüber schweigt der Vatikan. Doch der Club of Politics hat sofort seinen Vatikan-Botschafter zu einer Audienz bei seiner Heiligkeit Benedetto gesandt und seit Stunden führen beide Parteien Verhandlungen um ein möglichst einfaches Verfahren zur Einzelzulassung in Einzelfällen. Weißer Rauch wird in Rom stündlich erwartet. Der Club wird seinen Lesern exklusiv ein Formular anbieten können, das der nicht-enthaltsam lebende Normalbürger katholischen Ursprungs ausfüllen und dann über den Club an den Vatikan senden kann. Diskretion wird gewährt.

Der Club of Politics sieht sich als soziales, liberales und auch christliches Medium und ist daher selber zutiefst betroffen über diese Revolution in den vatikanischen Kammern. Die Frage, die sich ein solches politisches und satirisches Magazin in dieser Situation stellen muss, ist zwiegespalten. Zieht man daraus eine einfache Persiflage auf Basis der sowieso schon reichlich enthaltenden Situationskomik des Vatikans auf oder kritisiert man einfach eine solche an der Realität vollkommen vorbei gelebte Entscheidung? Die Persiflage am Beginn soll genügen. Denn so witzig ist es nicht, was sich der Vatikan erneut erlaubt. Es ist nur ein weiteres Zeichen, dass sich das Christentum reformieren oder vom Papst im Vatikan abwenden muss. Dass es sich erneuern und modernisieren muss. Die Rolle des Papstes selben muss auf den Prüfstein gestellt werden. Er ist eine historische Figur, die zu einer Touristenattraktion verkommen ist. Katholiken müssen sich selber fragen: Sollen wirklich in dieser neuen schwierigen Zeit der anstehenden religiösen Konflikte alte greise Männer an der Spitze der katholischen Christenheit stehen? Menschen, deren Ziel es war, sich am Lebensabend zumindest für den Moment Papst nennen zu dürfen? Die sich schnell als wehrlos präsentieren und für das Altenwohnheim gerüstet sind?

Ein neuer sabbernder Johannes-Paul, dessen ganzer katholischer Hochmut und ganze Eitelkeit ihn dazu zwang, das Leiden Christi als dahinsiechendes Wesen den Menschen symbolisch voyeuristisch aufzeigen zu wollen? Zusehen, wie jemand Stück für Stück vergeht, damit er sich gleich oder zumindest ganz nahe zu Jesus stellen kann? Das Leben als Leiden statt als Freude und lebensbejahend? Leiden und tot als religiöses Manifest? Die christliche Lehre des Yeshua ben Yoseph (genannt Jesus) war Freude und Liebe. Eitelkeit und zur Schaustellung von solchen Handlungen waren nicht Teil seiner Lehre. Erst die Päpste machten aus seinen Glaubensidealen eine Kirche mit einem angenagelten Toten als ewige Warnung: Folgst Du uns nicht, dann ist es nicht mehr weit her mit dir. Als wenn der Vatikan nicht verstehen will, dass Jesus sie verlassen hat und aufgestiegen ist, nageln sie noch heute seinen symbolischen Corpus ans Kreuz. Damit er sie nicht verlassen könne. Nagelschlag um Nagelschlag und Schmerz um Schmerz.

Mögen die Gläubigen in Afrika, Asien und Südamerika auf Grund von Armut und Not an den Papst gläubig festhalten. So ruiniert sein Handeln immer mehr den wahren Glauben und die wahre Lehre Jesu. Seine Rolle als per Dekret unfehlbarer trinitäre Halbgott oder zumindest unfehlbarer Mensch-Gott-Vertreter verstößt gegen die Grundsätze christlichen Glaubens. Das gerne medial gelebte Dahinsiechen eines Papstes ist nicht christlich sondern menschenverachtend. In der Sprache des Vatikans wäre es pure Häresie!

Die Lehre Jesu basiert auf Einfachheit und Bescheidenheit. Reichtum und Macht lehnt seine Lehre vollständig ab. Selbst das Drängen Judas Iskariot, sich an die Spitze einer Aufstandsbewegung zu stellen, lehnte Jesus ab. Den Menschen jegliche Regeln aufzuerlegen lag ihm fern. Menschen sollten sich freiwillig an Leitsätze anlehnen und nicht nach deren Einhaltung eifern, um andere zur befriedigen und somit scheinheilig zu werden. Allein die Frage danach, wann der Mensch zu Gott beten solle (Sabbat-Frage) beantwortete Jesus kurz, knapp und verständlich, dass man beten solle – also mit Gott sprechen solle – wenn man es aus freien Stücken und für sich privat wolle. Eine Art römischer Massenauflauf um das goldene Papstkalb zur Befriedigung der Eitelkeit lehnte Jesus vollständig ab. Auch das Alte Testament ist hier eindeutig – ist doch die Rolle des Papstes schon jene des goldenen Kalbes nahe. Viele Dinge, welche die Vatikanisten als goldene Regeln aus ihrer Sicht definieren, sind entweder historisch nirgends begründet oder eine Verdrehung der Tatsachen. Jesus mochte wohl gesagt haben, dass er den wankelmütigen und fehlbaren Petrus als den Fels meinte, auf dem er seine gläubige Gruppe gestützt haben wollte. So war Petrus nichts anderes als ein normaler Mensch wie wir alle. Das war die Botschaft. Der Kern der Gläubigen werden wir wankelmütigen und fehlbaren Menschen sein. Warum nicht? Unfehlbarkeit darf nur der Papst von sich behaupten. Und das auch nur, weil ein fehlbarer Papst 1870 diese Unfehlbarkeit einfach mal so postuliert hatte. Narrenhände beschmieren Tisch und Wände und nennen sich unfehlbar. Auf jeden Fall war die Anrede an Petrus kein Aufruf dazu, 300 n.Chr. die römischen Heidentempel einzunehmen, sich den heidnischen Titel eines Pontifex Maximus an die Brust zu heften und aus dem Kauderwelsch der römischen Vielgötterei eine Kirche zu gründen. Die Gemeinschaft war ja schon gegründet.

Nun wollen wir uns an dieser Stelle nicht über den Gesamtkomplex Vatikan auslassen. Dafür wird an anderer Stelle Platz sein müssen. Doch das verklemmte Sexualgefüge der alten Männer in Rom kann nicht die oberste Prämisse des gesunden Volkes sein. Eine Truppe, die neben den normalen Mitgliedern aus nicht wenigen teils alten verschrobenen Greisen und teils aus kinderquälenden Lüstlingen (die Öffentlichkeit weiss inzwischen, dass es keine Ausnahmen sind) besteht, sollte im 21. Jahrhundert dazu übergehen, die Öffnung der Kirche für das Volk zuzulassen. Ein Christ soll nicht in Vorurteilen leben. Aber gegen willkürliche verklemmte Reinheitspredigten darf sich ein Christ erheben. Es ist sogar eine christliche Pflicht Jesus Grundsätze zu verteidigen.

Zu guter Letzt noch eine Richtigstellung. Das Kondom darf laut Vatikan nur in Einzelfällen benutzt werden. Ein Prüfungsverfahren wurde nach ausgiebiger Prüfung abgelehnt. Wer es regelmäßig und immer wieder zum selben Zweck benutzt und dabei von Dorfpfarrer erwischt wird, dem droht die Exkommunizierung. Wer es nicht benutzt, dem drohen AIDS und somit der Tod. Ein jeder hat also die freie Wahl. Es sei denn man ist Pfarrer und vergnügt sich gerade an kleinen Kindern. Darüber hüllt der Vatikan dann den Mantel des Schweigens. Denn durch sein Kondom kann er über einen DNA-Test nicht mehr so leicht überführt werden. Wer wie der Vatikan mit zweierlei Maß misst, der wird am Ende ganz allein dastehen. Den christlichen Glauben in den Schmutz gezogen.

Er wird das ernten, was er seit so langer Zeit sät.