*** Aktuelle BTW21 Prognose (24.11.2017 19:00:32 CET): CDU/CSU 31.9, SPD 21.1, AFD 11.9, GRÜNE 11.1, FDP 10.2, LINKE 9.4 ... Klicken Sie auf den Text für weitere Details ... ***

Forsa stürzt in Bayern ab

Das Institut Forsa veröffentlichte vor kurzem eine Prognose zu einer möglichen Landtagswahl in Bayern. Das Ergebnis: Die CSU verliere dramatisch und falle auf 40 Prozent. Doch was sind diese Ergebnisse von Forsa wert? Schaut man auf eine ähnliche Studie des Instituts GMS, welche 6 Tage vorher veröffentlicht wurde, dann kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus: Die CSU käme laut GMS auf 48 Prozent statt der 40 Forsa-Prozente. Die Grünen hätten laut GMS 10 statt 14 Prozent bei Forsa. Die AfD liegt bei GMS bei 8 statt 10 Prozent und die Sonstigen hätten bei GMS 4 statt 7 Prozent. Hat sich denn in 6 Tagen die Welt vollkommen geändert?

Um es zu verstehen, muss man die historischen Werte der letzten Prognosen seit Oktober 2015 bemühen. Denn im Oktober 2015 veröffentlichte Forsa die vorletzte Prognose. Seitdem gab es 7 Prognosen von GMS, 2 Prognosen von Forsa und eine Prognose von Infratest. Die Werte von GMS und Infratest schwanken insgesamt bei 45 bis 48 Prozent für die CSU. Mit steigender Tendenz. Bei Forsa hingegen schwankt die CSU zwischen 40 und 43 Prozent – Tendenz fallend. Betrachtet man dazu alle Prognosen seit der letzten bayrischen Landtagswahl, dann fällt auf, dass die Abweichung bei Forsa im Vergleich zu anderen Instituten exakt im Oktober 2015 beginnen.

Es ist vollkommen normal, dass alle Institute untereinander leicht abweichen. Wenn aber eines der Institute vollkommen aus der Reihe fällt, dann streicht man solche Ergebnisse heraus. Es ist eher ein Rauschen als ein Signal. Aus statistischer Sicht machen die Forsa-Werte keinen Sinn. Das sieht man auch an den Werten der AfD. Forsa gibt Deutschland-weit seit längerem die niedrigsten Werte für die AfD aus. Der Forsa-Chef erklärte im Februar sogar, dass die AfD in Deutschland mit 10 Prozent eine Schallmauer erreicht hätte. Aktuell liegt die AfD bei allen Prognosen (außer bei Forsa) deutlich über 10 Prozent. In Bayern denkt Forsa hingegen anders. Dort sieht Forsa einen deutlichen Sprung nach vorne. Ein wirres Spiel der Zahlen.

Nun bleibt als Fazit: Entweder ist Forsa das mit Abstand beste Institut Deutschlands und sieht alles deutlich besser und genauer als die anderen 6 bekannten Institute und auch als unsere Politprognose. Oder Forsa liegt einfach mehr daneben als alle anderen. Es ist das Schicksal des Marathonläufers, der seit langem auf der Strecke ist und keinen anderen Menschen mehr sieht. Entweder er liegt so klar und weit in Führung und der Sieg ist gewiss oder er liegt so weit zurück, dass selbst die Zuschauer schon nach Hause gegangen sind.

Mancher Satiriker mutmaßt da schon (Achtung Wortspiel), dass der Forsa-Chef eventuell zu viele Prozente abbekommen haben könnte.
Na denn man Prost!