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Japan und China – Asiens neuer Riese II

Club of PoliticsChina ist seit langem der Hauptgläubiger der USA. Man wird diese Macht nutzen, um die Politiker der USA mittelfristig zu manipulieren. Mit dem politischen Rückzug der USA aus Taiwan hat man schon erste Fortschritte erzielt.

Japan ist Gläubiger Nummer 2 der USA. Doch das Land steht trotz Bindung zum Westen seit langem vor schwierigen Herausforderungen. Es sucht seinen Weg in die Zukunft.

Japans aktuelle Lage

Japans leidet aktuell darunter, dass die europäische Wirtschaft von Japans Expansionen der 70er gelernt und sich neu erfunden hat. Japan brachte die europäische Automobilindustrie mit Methoden wie Lean-Management schwer in Bedrängnis. Nach den anfänglich schweren Verlusten an Marktanteilen versuchte Europa es mit einer Kopie von Lean-Management und merkte, dass es sich so nicht auf Europa adaptieren ließ. Dem asiatischen Gesellschaftskollektivismus steht der europäische Individualismus entgegen.

Abgewandelte und neu evolutionierte Varianten sorgen dafür, dass Unternehmen wie zum Beispiel Volkswagen den japanischen Marktführer Toyota (und US-Unternehmen wie General Motors) mächtig in Bedrängnis bringen. Firmen wie Toyota heizen als Reaktion darauf die Produktion auf und die Fehleranfälligkeit nimmt zu. Der Kollektivismus zeigt Mangelerscheinungen. Japan steht somit unter Druck.

Dazu kommt, dass Japan als Hauptgläubiger der USA mit ansehen muss, wie eben jene USA zerfallen. Auch weiss Japan, das die US-Staatsanleihen rapide an Wert verlieren. Handeln ist daher angebracht. Japan braucht Verbündete in Asien.

Chinas Situationsbeurteilung und Entscheidungen

China sieht ebenfalls die zunehmende Wertlosigkeit der US-Staatsanleihen. Außerdem ist der aktuelle US-Präsident Obama außenpolitisch eines der schwächsten US-Präsidenten der letzten 50 Jahre. Aber es ist nicht seine Schuld: Sein wahrscheinlich republikanischer Nachfolger wird es nicht besser machen können. Die USA sind eine geschwächte ehemalige Großmacht auf dem Rückzug. Auch auf Taiwan ist sind die USA auf dem Rückzug.

Taiwan selber weiss, dass es dauerhaft nicht überlebt an der Seite der versinkenden USA. Vor allem, weil die USA Taiwan schon längst aufgegeben haben. China hatte 2007 die USA vor einem Finanzkollaps bewahrt und große Mengen der US-Staatsanleihen erworben. Der Preis: Kein Widerstand bei Annäherungen an Taiwan. Inzwischen wird Taiwan von einer Regierung gelenkt, die sich immer stärker an China annähert. Viele Firmen aus China sind in taiwanesischen Firmen beteiligt. China lernt: Umarmen statt Annektieren.

Japan und China: Das neue Bündnis

Die Entwicklung Chinas und Japans läuft heute an diesem Punkt zusammen. Beide Staaten in Asien haben eine regionale Vormacht erreicht und sind die beiden Hauptgläubiger der stark geschwächten USA. Beide müssen sich darauf vorbereiten, die USA in ihrer eigenen Region und im weiten Umfeld Asiens abzulösen.

Die aktuelle Entwicklung kennzeichnet diesen neuen Weg beider Staaten: Als erstes vereinbaren China und Japan Weihnachten 2011 ein Finanzabkommen. Dies ermöglicht beiden Staaten, den bilateralen Handel auf Basis der eigenen Währungen Yuan und Yen abzuwickeln. Die bisherige Währung US-Dollar wird ersatzlos gestrichen. Damit ist diese Region nach der Eurozone die zweite Region, die sich vom US-Dollar abkoppelt. Das Ableben der Leitwährung US-Dollar ist somit nur noch eine Frage der Zeit.

Als nächstes wird über Korea entschieden: Korea Nord und Süd müssen aus Sicht Chinas und Japans atomwaffenfrei werden. China setzt dabei die mögliche zukünftige Regierung Nordkoreas unter Druck. Man nutzt die Gelegenheit, dass Diktator Kim Jong Il jüngst gestorben ist und dessen ältester Sohn Kim Jong Nam inoffiziell unter chinesischem Schutz steht.

Die Signale sind deutlich: Die einstigen Hass-Rivalen China und Japan kehren in die Realpolitik zurück und verbünden sich, um Asien neu zu ordnen. Sie tun dies explizit ohne die USA. Beide ahnen: Die USA werden als Großmacht nicht mehr lange auf der Bühne der Politik mitreden können. Die USA erzeugen schon jetzt ein Vakuum. Dieses Vakuum wollen China und Japan schon jetzt in Asien füllen.