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Zypern – Ende der Finanzpiraten I

Eine weitere Finanzoase Europas steht vor dem Ende. Einst lockte Zypern die risikofreudigen Menschen mit hoher Verzinsung und riskanten Geschäften an. Die Zyprioten zahlten als Ausgleich dafür nur wenig Steuern. Zypern die Partyinsel.

Lange Zeit ging die Rechnung auf, die Verzinsung auf Konten von Zyperns Banken war in exorbitanten Höhen zu finden. Doch dann kam die Finanzkrise und es kam – wie sollte es anders sein – die negative Seite der Risikoanlagen zum Vorschein:

Der logische Werteverfall. Denn es ist bekannt: Wo es in der Finanzbranche sehr viel zu verdienen gibt, da gibt es auch viel zu verlieren. Erst das hohe Risiko macht kurzfristig hohe Renditen möglich. Wer das Risiko sucht, der kann darin umkommen.

Oligarchen und andere Banditen

Das war auch ein Grund dafür, warum sich auf Zypern lange Zeit illustre Kunden tummelten: Russische Oligarchen und Banken lagern zum Bespiel noch heute ihre Gelder auf der Insel. Schwarzgeld ist die häufig nicht zu Unrecht geäußerte Vermutung. Aber auch viele Griechen wollten ihr Geld vor dem griechischen Fiskus verbergen und transferierten es dorthin, wo man dicke Rendite versprach. Hier sind nicht jene Menschen gemeint, die ihre Spareinlagen für den Altersruhestand aufbewahren wollten. Solche Einlagen bewegen sich in der Regel unter 90000 Euro und waren falsch beraten, ihr Geld auf Zypern zu lagern. Aber auch hier lockte die Gier, denn Gier nicht kein Privileg der Reichen allein.

Dumping-Steuer

Jetzt ist es vorbei mit unrealistischen Renditen von denen vor allem auch die eigene Bevölkerung durch niedrigsten Steuersätze profitiert hat. Die Party ist vorbei. Die Schulden sind angewachsen. Die Schulden sind durch die Verquickungen mit der ebenfalls selbstverschuldeten Beinahe-Pleite Griechenlands zusätzlich belastet.

Fehlender Systemrelevanz

Systemrelevant ist Zypern übrigens nicht wirklich. Vor allem Griechenland wäre betroffen. Doch Griechenland wandert jetzt schon trotz Billionen-Spenden Europas am Rande der Insolvenz. Da fallen die Ausfälle aus Zypern nicht ins Gewicht. Aber es sind eh wieder die Finanzinstitute, die von Systemrelevanz sprechen. Diese wollen wie immer auf Kosten der Steuerzahler ihre eigenen Gelder aus den Risikoanlagen retten.

Die Systemrelevanz, soweit sollte wir von der Krise schon gelernt haben, ist ein Märchen. Wenn Zypern sich nicht retten kann, dann schafft man damit eben einen Präzedenzfall. Einen Schaden wird es an den Börsen nicht ausrichten. Die Börsen befinden sich gerade trotz der vielen Negativmeldungen in einem Geldrausch. Und Zypern ist angesichts der eigenen Unbelehrbarkeit ein williges Opfer.

Fortsetzung folgt