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Finanzwirtschaft ausser Kontrolle

Club of PoliticsDie Banken speziell die Investmentbanken sind auf dem besten Weg, die Weltwirtschaft in einen tiefen Abgrund zu reißen. Habgier und bornierte Selbstüberschätzung herrschen in diesen Finanzinstituten vor, statt sich mit der aktuellen Lage der Welt zu beschäftigen.

Zum Beispiel wird Frankreich als gesunder Staat demnächst von den Ratingagenturen in den Boden abgewertet. Die Fakten interessieren die Banken nicht, sie haben die Zinsen für Frankreich schon jetzt erhöht. Deutschland blieb bisher davon verschont und wird noch mit niedrigen Zinsen hofiert.

Finanzwirtschaft auf der Jagd

Aber wir wissen: Auch das endet bald sehr schnell. Banken und Ratingagenturen warten nur darauf, auch Länder wie Deutschland über die Haftung im Rettungsschirm in Zweifel ziehen zu dürfen. Denn der Zweifel alleine reicht inzwischen schon aus, um die Kreditzinsen steigen zu lassen.

Dass die Steuerzahler vor kurzem die Zeche der Investmentbanken aus der Finanzblase gezahlt haben, das interessiert keinen Banker mehr. In den Investmentbanken werden weiterhin kräftige Boni gezahlt. Es ist vor sehr langer Zeit in diesen Banken eine Art Raubritterkultur entstanden, die sie die Außenwelt vergessen lassen hat. Da inzwischen selbst Investment-Fehler vom Steuerzahler getragen werden, ist das Risiko überschaubar. Manch einer kommt es wie bei einem mittelalterlichen Schlachtfest vor, bei denen die Geldfürsten auf Kosten der Gesellschaft rauschende Feste feiern.

Was einst im Mittelalter der Papst und die katholische Kirche waren, das wollen heute die Investmentbanken sein. Der Sitz der Macht. Die allumfassende Macht über alle Entscheidungen. Die Päpste von damals hatten bisher noch eines voraus: Sie durften auch Regierungschefs inthronisieren.

US-geeichte Ratingagenturen

Doch es gibt dazu noch passende Gehilfen: Die Ratingagenturen. Abgekapselt von der Außenwelt sitzen bei den Ratingagenturen frische Absolventen und bewerten Staaten nach Mustern, die ihnen selber nicht klar sind. Das erklärt auch, warum das Unternehmen Lehman Brothers noch am Tage der Insolvenz von diesen Ratingagenturen für einen solventen Partner gehalten wurde. Ahnungslos tappten sie in die Falle, denn sie hatten keine exakten Daten vorliegen und vertrauten auf die Unverletzlichkeit des Finanzmarkts. Heute sind Ihre Bewertungen eine Mischung aus Bauchgefühl und Zufall.

Für die Mitarbeiter in den Ratingagenturen ist es inzwischen ein aufregendes Spiel im langweiligen Ratingalltag, Länder zu diskreditieren. Gestern war es Spanien und man wundert sich, das Spanien noch überlebt hat. Heute ist es Frankreich obwohl wirtschaftlich nicht angeschlagen. Morgen wird es Deutschland sein, das gibt genügend Punkte für einen High-Score. Stück für Stück will man einfach jedes einzelne Puzzlestück der Europäischen Union diskreditieren und die Einheit zerstören. Man darf schon von einem ersten Weltwirtschaftskrieg sprechen. Es muss ein Spaß sein, solche Macht auszuüben und dabei noch zuschauen zu dürfen. Auf Kosten der Steuerzahler.

Undurchsichtige Bewertungen

Dass Wirtschaftszahlen bei der Bewertung keine große Rolle spielen müssen sieht man an der unterschiedlichen Betrachtung von Frankreich und den USA. Frankreich ist wie alle Europäer zu einem gewissen Maß verschuldet, aber keiner käme auf die Idee, Frankreich bei den Zahlungen zu misstrauen. Die USA hingegen standen vor kurzem nahe an einer Staatsinsolvenz. Diese wurde durch die Erhöhung der Verschuldung nur verschoben. Gleichzeitig kämpfen in den USA die Republikaner mit einer stark anwachsenden Tea-Party in ultrarechten und evangelikalen Bereich. Die Gefahr der Machtübernahme ist nicht klein. Die USA regiert von einer ahnungslosen rechten Meute? Wie viel sind dann die Staatsanleihen der USA noch wert? Die USA verdienen so gesehen schon längst ein deutlich niedrigeres Rating.

Doch solche Diskussionen werden in den Agenturen nicht geführt. Eine Bewertung auf Basis von politischen, volkswirtschaftlichen und finanzmathematischen Methoden findet man dort nicht. Wie soll man es dort auch finden. Es sind US-Amerikaner, deren Frust tief sitzt, ihren eigenen Staat USA nicht abwerten zu dürfen. Sie bekommen Aufträge vom US-Staat zum Verkauf von Staatsanleihen und sind so längst nicht mehr neutral. Sie sind nicht entsprechend ausgebildet und man verlangt von Ihnen einen aussagekräftigen Report. Da der Report in der Masse angefertigt wird, ist das schlechte Gewissen klein, andere abzuwerten. Das war bei den Nazis nicht anders: Es ist einfach, Menschen für die Gaskammer zu bestimmen, wenn man die Entscheidung nicht alleine fällen muss. Das Kollektiv wirkt entschuldend. Verantwortlich ist am Ende keiner und das Opfer hat am Ende selber schuld.

Fortsetzung folgt.

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